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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
XV
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Ueber Lamberts Verdienste um die theoretische Philosophie, x?

Daß also Lambert den Weg zu seinen philosophischen Untersuchungen überdie Mathematik genommen, ist schon auS dem verschiedenen Glücke sichtbar, wo-mit er die Vermmstlehre mid die Mechaphysik bearbeitet hat. Man würde e«daher schon seinen logischen Theorien, seinen nützlichen Bestimmungen allgemeinerlogischer Regeln, ansehen, daß er den denkenden Verstand mitten in seinen schwer,sten und vrrwickeltesten Operationen beobachtet har; wenn er es nicht selbst auS,drücklich sagte. Er giebt uns aber selbst von diesem Verfahren in der Vorrede zuseinen Losmologischen Briefen Nachricht.

Ich habe mich, (sagt er, S. 6.) feit vielen Jahren schon damit be-schästigr, daß ich sowohl von meinen eigenen als andern ihren Erfindungen, nichtleicht eine vorbei) ließ, da ich nicht gesucht hätte, die Kunstgriffe und Regeln,die dabey verkommen, zu abstraßiren, und mir eine Sammlung davon zu ma,chen, die ich künftig als Anmerkungen und Zusätze zur Vernunftlehre und Er-findungskunst herauszugeben gedenke. Sein treues Organon war also aus demBeobachten des menschlichen? Geistes Key der Erfindung und Bearbeitung derWissenschaften entstanden. Vermittelst dieser Methode vereinigte Lambert vreVorzüge aller seiner Vorgänger m sich.

Aristoteles hatte nur einen Theil der Analytik oder der Lehre von denBeweisen, nemlich die Syllogistik bearbeitet. Diese machte viele Jahrhun-derte hindurch den vorzüglichsten Theil der Logik und den einzigen Theil der Ana-lytik aus. Der Mißbrauch, den seine Nachfolger davon machten, indem siedie Regeln, die das Denken erleichtern sollten, in Schlingen der gelehrten Dis-putirkunst verwandelten, brachten die Syllogistik endlich in die äußerste Verach-tung. Als ungefähr zu gleicher Zeit in Deutschland, Italien und Englanddie Erfahrungsphilosophie ihr Haupt erhob, und Reppler, Gaiiläi und Baksauf dem Wege der Beobachtung wichtige Wahrheiten entdeckten, die der schola-stischen Syllogistik unzugänglich geblieben wären: so verwarf Bako die Snlloai,stik ganz und gar, und empfahl die Jnducrion als den einzigen Weg zur Wahr-heit; und Locke folgte ihm hierinn. U)olf war der Erste, der die Syllogistikwieder in Ansehen brachte, nachdem Leibnitz ihn durch einige Wmke aul ihresNutzen aufmerksam gemacht hatte.

Es schien, als wenn sich nachLVolfm zu diesem Theile der Bernunftlehrenichts mehr hinzusehen ließe, Nttd in der Thal war man ihm schon lange genuggefolgt, ohne zu seinen Regeln etwas Beträchtliches hinzuzusehen.

Dieses war Lamberten Vorbehalten. Sein erstes Verdienst um dieseWissenschaft war die Erfindung einer geschickten Bezeichnung, wodurch er die