Druckschrift 
2,2 (1828)
Entstehung
Seite
339
Einzelbild herunterladen
 

339

isf, und daher keiner grofsen Ausdehnung bei demgewöhnlichen Athmen bedarf, zeigt sich jene Bewe-gung viel schwächer, so dafs mehrentheils die Wech-selwirkung des Zwerchfells und der Bauchmuskelnauszureichen scheint.

Anm. 1. Indem die Amphibien durch die Nasenlöcher dieLuft einriehen, wird sie durch die unaufhörlichen Bewegungender Kehlhaut nach der sich öffnenden Glottis gebracht u«d vonibr aufgenommen, so aber, dafs die Bewegungen der Kehle vielhäufiger sind, als die der Nase, und sich zu diesen, wie dreioder fünf, ja wie sieben zu eins verhalten. Man darf alsonicht, wie Roh. Townson (Obss. Physiologicae de Amphibiis.P. 1. de respiratione. Gott. 1794. Cont. ib. 1795- 4 ) gethanhat, die Zahl der Athemzüge nach jenen schätzen, wodurch erauf den falschen Satz kam, dafs die Amphibien häufiger Athemholten, als die warmblütigen Thiere.

Herholdt (Anmerkungen über die chirurgische Behandlungtiefer Wunden in der Brust. Kopenh. 1801. 8- S. 48 500 be-hauptete auch daher, dafs der Mund bei den Fröschen luftdichtgeschlossen bleiben müsse, wenn sie Athem holen sollten, undwenn man ihnen durch Einbringung eines kleinen Ringes oderStückchen Holzeg den Mund offen hielte, so stürben sie bald.Die philomathische Gesellschaft in Paris (Bulletin an. 1- n. 30.p. 42.) wiederholte diese Versuche und fand, dafs diese Thierein wenig Minuten stürben, wenn nicht ihr Mund hermetischverschlossen bliebe. Ich fand diefs sehr unwahrscheinlich undwiederholte die Versuche auf mancherlei Art noch in demselbenJahr, und sah, dafs Frösche Stunden, Tage und Wochen mitgeöffnetem Maul ganz gut fortleben und durch die Glottis ath-men. Ich kann es mir nicht anders denken, als dafs Herhold tund die philomathische Gesellschaft die Thiere mit dem offnenMunde in Wasser gesetzt haben, wo sie denn freilich bald er-trinken mufsten, statt dafs ich sie in einer Schachtel oder in

Y 2