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Zehnter Abschnitt.
Von dem Atliem holen.
§. 4129 .
Wenn man alle einzelnen Lehren der älteren undneueren Physiologie vergleicht, so ist. "wohl in kei-ner derselben eine gröfsere Abweichung unter ihnenzu bemerken, als in der Lehre von dem Atliem-liolen. 'Einerseits nämlich beging man ehemals ganzallgemein den Fehler, dafs man nur das Brustge-wölbe mit seinen Muskeln als thätig, die Lungenhingegen als ganz leidend ansah, und die so sehrbemerkbare Thätigkeit des Kehlkopfs und der Luft-röhre gar nicht einmal beriiksichtigte; anderseitsaber verkannte man den eigentlichen Zweck desAthmens, das venöse Blut in arterielles umzuwandelnund die thierische Wärme zu unterhalten. Was denersten Punkt betrifft, so können wir wohl behaup-ten, das wir gegenwärtig den Mechanismus desAthmens und den Bau der dazu mitwirkenden Or-gane eben so gut einsehen, als wir nur irgend ei-nen Theil der thierischen Oekonomie kennen, undhinsichtlich des zweiten, so scheinen es auch nurweniger wesentliche Punkte, die uns ganz zweifel-haft geblieben sind, so dafs es wahrlich nicht nöthigist, die Untersuchungen der Physiker und Ghemi-*ker spröde von uns zu weisen und statt des an-geblichen Dunkels, worüber sich Einige beschweren,uns mit allgemeinen und daher gar nichts sagenden