Druckschrift 
2,2 (1828)
Entstehung
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§. 389 .

Der menschliche Magen hat bedeutende Mus-kelfasern, wie man vorzüglich in den Leichen ge-sunder Männer sieht, die sich auf eine solche Weiseumgebracht haben, dafs derselbe dadurch nicht ver-ändert wird. Am stärksten sind die Längsfasern,welche sich vom Schlunde aus über den Magenstrahlenförmig ausbreiten, besonders am kleinen Bo-gen desselben. Schwächer sind die Queerfasern,die der Pförtnerklappe jedoch ausgenommen j amschwächsten die schiefen. Der Magen kann sichauch daher kräftig zusammenziehen, und als Folgedavon sieht man die starken Falten im Pförtner-theil desselben, welche man häufig fast ganz ver-mifst. Bei Weibern und Kindern ist der Magen ge-wöhnlich sehr dünnhäutig, vorzüglich bei letzteren.Einen sehr grofsen Magen habe ich nie sehr mus-culös gesehen.

Der menschliche Magen mag aber noch sostarke Muskelfasern haben, so wird er doch nie imStande seyn, die genossene Nahrung zu zerreiben.Es ist ja auch der Fall, dafs die Wände des Ma-gens , während seine Einwirkung auf die in ihm ent-haltenen Nahrungsmittel so weit aus einander ste-hen, dafs ein Zerreiben derselben ganz unmöglichwird. Die nöthige Zerkleinerung wird durch dieZähne besorgt, und wem diese fehlen, der mufs dieNahrungsmittel, ehe er sie geniefst, künstlich zer-theilen, damit der Magen sie gehörig verdauenkann.