Druckschrift 
2,2 (1828)
Entstehung
Seite
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ter erstrecken, so darf man wohl nur im Allgemei-nen auf die verschiedene Nervenstimmung des Ma-gens bei Leere und Unthätigkeit desselben denken.Dadurch erklärt sich, warum schwächliche Men-schen, z. B. junge, hysterische Frauenzimmer gleichUebelkeit und Kopfschmerzen empfinden, auch wohlohnmächtig werden, wenn sie nur etwas länger alsgewöhnlich nüchtern bleiben; vorzüglich aber, dafsder Hunger bei Menschen, die zu einer bestimmtenZeit essen, auch nur dann eintritt, und wenn diegewöhnliche Essenszeit vorüber ist, auch mehren-theils von selbst wieder aufhört. Es kann auchselbst nach hinlänglich genossener Nahrung ein Ge-fühl des Hungers gleich wieder entstehen, das wirnur als anomale Nerven-Wirkung ansehen können.

Wird der Hunger längere Zeit hindurch nichtbefriedigt, so entstehen Schmerzen des Magens, desKopfs, Fieber und Irrereden, ja Tobsucht; dieSchwäche wird dabei immer gröfser, so dafs dieMuskeln den Dienst versagen; das Gesicht fällt ein,die Zähne werden schmutzig, der Speichel bitter,der Athem stinkend, der Harn scharf und feurig.Die Empfindlichkeit des Magens wird dadurch soerhöht, dafs wenn wieder Nahrung genossen wer-den kann, nur die allerkleinsten Gaben davon er-tragen werden, gröfsere hingegen leicht den Todbringen.

Anm, An Schilderungen des durch Hunger erzeugtenElends fehlt es nicht; so beschreibt Z. B, Jean de Lery (Hi-stoire dun voyage fait en la terre du Bresil, 1585. 8. p* 402-4180