Druckschrift 
2,2 (1828)
Entstehung
Seite
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schlossen. Erst wenn er dahin gelangt, dals erdurch mäfsige Arbeit der Nahrungssorgen enthobenwird, erst dann fängt er an, höhere Bedürfnisse zufühlen und sich geistig zu entwickeln.

Wie aber die Befriedigung alles dessen, wasder Organismus verlangt, angenehme Empfindungenerregt, so bewirkt jegliche Nichtbefriedigung unan-genehme Gefühle, die bis zum heftigsten Schmerzgesteigert werden können, und den Menschen, wiedas Thier, zur Leistung des Geforderten, und so-mit zu seiner Erhaltung zwingen.

An die Herbeischaffung der Nahrungsmittelmahnt der Hunger und der Durst,

^ §. 36t.

Der Hunger (fames) hat eigentlich seinen Sitzim Magen, doch breitet sich dia Empfindung weiteraus. Zuerst ist sie, wie alle solche Gefühle, nichtunangenehm; man glaubt eine Bewegung im Magenzu verspüren, der Speichel im Munde mehrt sich,besonders wenn der Hungerige Speisen sieht oderriecht. Dauert der Hunger längere Zeit, so ent-stehen auch Bewegungen in den Gedärmen, wie einKollern von Luft.

Die Bewegungen im Magen hielt man ehmalsfiir so stark, dai's man glaubte, die Magenvvände rie-ben sich an einander; Andere hingegen sahen dieEinwirkung des Magensafts* und des hinabgeschluck-ten Speichels als die Ursache des Hungers an. Dasich aber die Empfindungen bei diesem so viel wei-