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§. 231.
Von der Gesundheit abwärts giebt es vieleGrade; durch ein lästiges Gefühl von Schwere oderSchwäche, durch Unlust und Uebelbefinden (Dys-phoria) zur Krankheit (Morbus).
An m. 1. Mit dem Gefübl von Schwere (Onus, Onerosi-tas) mufs nicht das Gewicht des Körpers (Pondus) verwechseltwerden, wovor auch schon Sanctorius warnt. Ein Walfischund ein Kolibri können sich beide leicht und schwer fühlen;das letztere wohl vorzüglich, wenn der Einflufs der Nerven aufdie Muskeln oder die Gefäfse der Peripherie gestört ist; in hö-herem Grade wird daraus da9 Zerschlagenseyn (Dedolatio).
Anm. 2* Krankheit nehmen wir erst da an, wo wir dieGeschäfte des Organismus gestört finden. Da hierbei der Zweckdesselben, organisch zu wirken, nicht oder doch nur unvoll*kommen erreicht wird, so nennen wir die Krankheit widerna-türlich (praeter naturam), hingegen die Gesundheit einen natür-lichen Zustand. Auf diese Weise ist der Ausdruck auch zurtchtfertigen, denn sonst liegt e9 freilich in der Natur desOrganismus, dafs er unter den erforderlichen Bedingungen krankwerden kann; so wie es auch wiederum in seiner Nat^r be-gründet ist, dafs eine Menge Krankheitsreize solche Zuständein ihm erwecken, wodurch sie selbst beseitigt werden. Diefsist die sogenannte Heilkraft der Natur, vis naturae medicatrix.
$ 232.
In dem gesunden, wie in dem kranken Zu-stande sehen wir unter den Menschen, je nach ihremTemperament, Geschlecht und Alter, aberauch nach dem Klima, nach ihrer Ausbildung,Lebensart, Nahrung u, s. w. und nach beson-deren Gewohnheiten und Eigenheiten einegrofse Verschiedenheit.