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Anm. Je zusammengesetzter der Organismus ist, um destogrüfser ist die Menge und Verflechtung dieser modificirendenUmstände, am gröisesten ist sie beim Menschen. Bei den ein-facheren Thieren wird die Menge immer geringer, doch fehlendiese Einflüsse nirgends gänzlich.
§. 233 .
Das Temperament (Temperamentum, tem-peratura, temperies, complexio, crasis) bezeichnetdie Besonderheit, Individualität jedes Menschen inseinem ganzen Organismus, oder sein eigentlichesSeyn, das sich hauptsächlich auf angebohrne Anla-gen gründet, aber durch die Verkettung der imvorigen §. angegebenen Umstände näher bestimmtwird. Jeder Mensch hat etwas Eignes, da aber, diefeinen Unterschiede (Nuancen) abgerechnet, immersehr viele Menschen mit einander in der Hauptsa-che ziemlich gleich sind, so schreibt man allen de-nen, bei welchen man eine solche Uebereinstim-mung findet, dasselbe Temperament zu.
Anm. Man fehlte vorzüglich oft bei der Bestimmung derTemperamente darin, dafs man ihre Quelle nur in einem Theildes Organismus aufsuchte. So sah man ehemals auf die Mi.schung der Feuchtigkeiten (des Bluts) , wie die Schule dieselbeerdachte, als ob sie bald mehr Wasser, bald mehr rothes Blut,bald mehr gelbe oder schwarze Galle enthielten, daher man dieTemperamente wie Haller gelegentlich bei der Lehre vomBlut abhandelte; daher auch die Benennung des Ganzen (Tem-perameutum) von der Mischung, und im Einzelnen ein Tempe-ramentum sanguineum, choiericum, melancholicutn und plilegmati-cum; woraus man wieder Mittelzustände bildete, z. B. einTemperamentum cholerieo-sanguineum, sanguineo-choiericum.
Spä-