— 221
§. 204 .
Die äufseren Umstände haben den grÖfstenEinflufs auf die Fäulnifs. Bei einer geringeren Tem-peratur tritt diese an der Luft langsam ein undschreitet eben so allmälig fort, erreicht auch nie denhöchsten Grad. Man sieht dann gewöhnlich erstTodtenflecke; sodann eine grünliche Farbe; dieOberfläche wird schmutzig feucht, die Oberhaut lö-set sich; alle festen Theile, mit Ausnahme der er-digen, sind welk, schlaff, fallen ein, der Unterleibwird von Gas ausgedehnt. Die hellgrüne Farbe amBauch wird nach und nach dunkler, sie theilt sichden Muskeln in der Gegend mit (wovon der einesogar ehemals davon den Namen lividus empfing);die Theile sinken immer mehr und mehr ein, zer-fiiefsen zum Theil, züm Theil werden sie in Gas-form weggerissen. Es entwickeln sich vorzüglichSchwefel-, Phosphor-, kohlensaures Wasserstoffgas,Ammonium, Wasser, Kohlensäure. Der brauneoder schwärzliche eintrocknende Rückstand bestehtaus den Knochen, Knorpeln u. s. w. denen Fett,Kohle, Ammonium u. s. w. anhängen.
Unter der Erde geht gewöhnlich die Fäulnifsnoch langsamer vor sich, besonders mit Modifika-tionen nach der Feuchtigkeit. Bei vielem Wasserkann ein grofser Theil in Fettwachs verwandeltWerden.
Eine grofse Hitze z. B. des Sommers, vorzüg-lich bei Feuchtigkeit der Luft, läfst die Fäulnifs sehrrasch fortschreiten. Schnell wird die Oberfläche