142
chen oder Blutbläschen (Globuli, vesiculae s.folliculi sanguinis) bezeichnet liat. Der flüssigeTheil, in dem sie schweben, ist eine Auflösung vonvielem Eiweifs und etwas Faserstoff.
Anm. 1- J. Nath. Lieberkühn (Mem. de l’Ac. deBerlin 1745) hat eine eigene Maschine erfunden, um den Laufdes Bluts in den Gefäfsen zu beobachten: es bedarf derselbenaber nicht, sondern nur des gewöhnlich bei zusammengesetz-ten Mikroskopen befindlichen Messingbleches mit einer Oeff-nung, woran man das Thier so befestigt, dafs der zu betrach-tende Theil vor jener Oeffnung ausgespannt liegt. Oft istschon ein Uhrglas hinreichend, worin z. B. die Salamanderlarveliegt. Abbildungen solcher vergröberten Gefäfse findet man beiGe. Chr. Reichel (De sanguine ejusque motu. Lips. 1767-4-) aus dem Gekröse des Frosches und in Steinbuch's Ana-lecten aus den Kiemen der Salamanderlarve.
Anm. 2. Mau kann es wohl nicht für Ernst halten, wennIgn. Döllinger (Was ist Absonderung und wie geschieht sie.Wtirzb. 1S19- 8- S. 21) von dem Blute sagt, dafs es nur un-eigentlich eine Flüssigkeit zu nennen sey, und dafs dasselbenicht wie Wasser, sondern wie feiner Sand in einer Sanduhrfliefse; eben so gut könne man auch einen Haufen Erbsen eineFlüssigkeit nennen; ob die Blutkörner in einer Flüssigkeit6chwimmen, wisse man nicht u. s. w.
§. 159 .
Die Gestalt der Blutbläschen läfst sich,so lange sie in den Gefäfsen strömen, nicht füglichbeurtheilen; man mufs sie daher auf dem Object-träger, am besten gleich auf einem Mikrometer un-ter das Mikroskop bringen, so wie man z. B. sichin den Finger geritzet hat, um das Blut ganz frisch,ehe es gerinnt, zu untersuchen, oder bei Thieren,