137
Anm. 3- Bei den Thieren kommt das allgemeine Fett inverschiedenen Formen vor, z B. erhärtetes bei den Wieder-käuern als Talg (Sebum); lralbfliissig bei Schweinen, Raubthio-ren (dem menschlichen näher kommend), dann bei vielen Vö-geln, wo man es Fett oder Schmalz (Adeps); sehr flüssighei Walfischen und Fischen, wo man es Thran (Oleum ceti-nura, piscinum) nennt; und in ganz eigentümlicher Form, vondem gemeinen Oel (Thran) abgesondert bei den Walfischen alsWalrath (cetaceum, spermaceti), den ich frisch im Zellgewebeauf dem Kopf von Balaena Boops so weifs und locker, wieeinen eben gefallenen Schnee gesehen habe.
Nach Berard (bei Tlienard) bestehen in hundert Thai-len das Schweinefett aus69Kohle, 9,66Sauerstoff, 21,34 Was-serstoff ; das Hammeltalg aus 62 Kohle, 14 Sauerstoff 24Wasser-stoff; der Tliran aus 79,65 Kohle, 6 Sauerstoff, 14,35Wasserstoff;derWalratli aus81 Kohle, 6Sauerstoff und 13 Wasserstoff.
Anm. 4. Die Fettsäure der älteren Chemiker war ein Pro-duct ihrer Operation, kein Bestandteil des Fetts. Die Neue-ren haben mehrere Säuren in den verschiedenen Fettarten ange-nommen , die auch zum Tlieil wenigstens unsicher scheinen,so hat Thcnard eine Fettsäure (Acidum sebacicum), die Ber-zelius für Benzoesäure hält; Chevreul (hei Thenard)eine Oelsäure (Acidum oleaginum), die er mit der sich durchihre Perlenfarbe auszeiclmende Ferlsäure (Acidum, margari-nmn) im Schweinefett u. s. w. fand. Ich habe diese
Perlenfarbe auch einmal bei einer Fettgeschwulst im menschli-chen Hirn gefunden, so dafs liier also dasselbe zu erwarten ist.
Chevreul will auch eigentümliche Substanzen in denFettarten entdeckt haben, die er Stearine, Ela ine (beidesim Schweinefett), Cetine (im Thran), Cholesterine (inGallensteinen) und Butirine (in der Butter) nennt.
Anm. 5. Von der Erzeugung und dem Einfiufs des Fettsim tierischen Körper wird in der besonder!! Physiologie dieRede seyn. Hier ist nur zu bemerken , dafs es aufserordentliclileicht erzeugt wird, und daher bei den Tliieren sehr weit ver-