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§. 154 .
Das Fett (Adeps, pinguedo, oleum pingue)ist im Zellgewebe fast aller Theile, doch bei demMenschen vorzüglich in der Augenhüle, um dieNieren u. s. w. in den Knochen und (in sehr gerin-ger Menge) in der Hornsubstanz enthalten. Gerei-nigt zeigt es sichweifs; geschmack- und geruchlos;leichter als Wasser; nach dem verschiedenen Wär-megrad, doch auch nach andern uns unbekanntenUrsachen in lebenden Thieren, von verschiedenerConsistenz; bei erhöhter Temperatur leicht schmelz-bar* in Wasser, Alcohol und Aether unauflöslich;mit Alcalien bildet es eine Seife,
Anm. 1> Im Menschen kommt das Fett auf dreierleiWeise vor.- Als gewöhnliches Fett in dem Zellgewebe;als Mark (medulla ossium).in den Knochen; und als wallrath-artige Substanz oder Fettwachs (Adipocire) in den weifsenkrystallinischen Gallensteinen, in ausgearteten Muskeln, dannin eingewässerten Leichen, im Gehirn, das lange im Weingeistgelegen, und wo es auch ähnliche Krystalle bildet, als derWallrath. Gay-Lussac’s Meinung (MeckeFs Arcli.IV.S. 150-)dafs das Fleisch nicht in Fett verwandelt, sondern hei der Fäul-niis dieses biosgelegt und von jenem getrennt werde, mufs Je-dem als falsch erscheinen, der gesunde und durch Krankheitim Leben, oder nach dem Tode durch Einwässerung iii Fett-wachs umgewandelte Muskeln verglichen hat, wo oft keine Fa-ser derselben übrig bleibt, während sonst zwischen den Muskel-fibcrn oft gär kein Fett angetroffen wird.
Anm. 2- Aufserdem kommen noch eigenthümliche fetteStoffe im Menschen vor, als das Obrenschmals, die Meibomi-ache Feuchtigkeit, die Hautschmiere.