§. 151.
Der Faserstoff (Fibra sanguinis, materiafibrosa, fibrina, lympha plastica) findet sich im Blutund im Chylus, und macht einen grofsen (den we-sentlichsten) Theil der Muskeln aus, so dafs dieseSubstanz in unserm Körper von grofser Bedeutungist, besonders bei ihrer leichten Trennbarkeit vomBlut. Es zeigt sich der Faserstoff schon zuweilengeronnen, indem das Blut aus der Ader fliefst; vor-züglich aber bei Ruhe z. B. in dem Blut eines ineinem lebenden Thier an beiden Enden unterbunde-nen Gefäfses, scheidet sich auch in Entzündungenselir leicht ab und veranlafst neue Gebilde. Nachdem Tode gerinnt der Faserstoff sehr leicht und beijeder Temperatur. Er läfst sich aus dem Blut, durchPeitschen oder Quirlen desselben, als ein weichesfadiges Wesen absondern, das zuerst röllilich, inkaltem Wasser abgespült weifslich erscheint, geruch-und geschmacklos ist, sich weder im Wasser, nochin Alcohol, noch in Säuren, wohl aber durchKali oder Soda in der Kälte aullöset, ohne sichmerklich zu verändern, in warmen Auflösungen der-selben aber zersetzt wird. Der Faserstoff bestehtaus 53,300 Kohle; 19,685 Sauerstoff; 7,021 Was-serstoff; 19,934 Stickstoff.
Anm. 1. In der faserigen Haut der Pulsadern (§. 94-§• 173.) ist gar kein Faserstoff enthalten, wie Berzelius ge-zeigt hat: Svenska Liiknre Sälskapets Handlingar (Stockh. ISt’h8.) 1. B. 3 H. S. 90-96.
Anm. 2- Die Ähnlichkeit des Faserstoffs und Ehveifsstoffsist unverkennbar, und beide verhalten sich nach Berzeiius