§• 79 .
Das Knorpelgewebe (tela cartilaginea) kommt;blos im Knorpel (cartilago, chondros) vor; dieserist bläulichweils, durchsichtig, sehr elastisch undnächst dem Knochen unter den festen Theilen amhärtesten. Auf der Schnittfläche zeigen sich dieKnorpel verschieden; einige erscheinen glatt undgleichförmig, das sind die einfachen Knorpel; an-dere mehr oder minder faserig, diefs sind die so-genannten Faserknorpel (Chondrosyndesmos Fal-lop.). Die Rippenknorpel stehen zwischen beiden.
Anm. Den Fasorknorpeln sind Sehnenfasern beigemischt.Der einfache Knorpel scheint ans einer eigenthüinlichen Ver-bindung des Zellstoffs und der Gallerte (oder des Stoffes, derdurch Kochen dazu wird) zu bestehen, ln den Rippenknor-peln zeigt sich nach langer Maceration ein sonderbares blätteri-ges Gewebe. Fr. Dav. He’rissant Sur la struciure des cotesde l'homme et du cheval. Mem. de l’Ac. des sc. de Paris 174S-p. 24 t-
§. 80 .
Die einfachen Knorpel sind theils zur Verknö-cherung bestimmt, und hören früher oder späterauf, Knorpel zu seyn (cartilagines temporariae s.ossescentes); andere sind bleibend (c. permanentes).
§• 81 .
Alle Knochen sind in einer früheren PeriodeKnorpel gewesen. Die bleibenden Knorpel überzie-hen theils als Rinden die Gelenkflächen der Kno-chen; theils bilden sie die festere Grundlage meh-rerer Organe z. R. des iiufsorn Ohrs, der Nase,der Augenlieder, des Kehlkopfs, der Luftröhre.