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ist aber auch, dass der Ankauf in späterer Zeit, vielleicht inden Schreckenstagen des schwarzen Todes erfolgte, als auchandere Gemeinden ihre Friedhöfe vergrösserten'), und dass dieseThat dem wegen seiner Fürsorge für die Glaubensbrüder indankbarer Erinnerung gebliebenen Mar Salomo und seinerFrau noch als besonderes Verdienst zugeschriebeu wurde.
Wo lag nun dieser alte Mainzer Friedhof, und was er-zählen die Reste seiner Gedenksteine von der wechselvollen Ver-gangenheit? Diese Frage, und insbesondere ihr zweiter Teil,hat für die Edition unseres Martyrologiums deshalb Interesse,weil wir aus den Inschriften der noch vorhandenen Leichen-steine ein argumentum e silentio gewonnen haben, dass dieNekrologien I und II nicht nach Mainz, sondern nach Nürnberggehören, und darum auch dort das Martyrologium von Isakb. Samuel aus Meiningen geschrieben sein muss.
Im Nordwesten der Stadt, am Fusse des Forts „CavalierJudensand“, dort wo die umfangreichen Sandflächen der Gonsen-heimer und Mombacher Gemarkung zum Rheinstrom hin auslaufen,liegt heute uocli der alte, früher „Judensand“ genannte, israelitischeFriedhof von Mainz, welcher der Stadterweiterung wegen erstam 31. Dez. 1880 geschlossen wurde. Keiner seiner Leichen-steine bezeugt ihm ein höheres Alter als zweihundert Jahre.Aber unter den sichtbaren Gräbern liegen wahrscheinlich andereaus früheren Zeiten, denn man mag auch hier, wie dies wohlüblich war, das belegte Terrain zur Gewinnung neuer Grab-stätten mit Erde aufgefüllt haben. Dies vermuten wir für dieZeit von 1440 —1650. Denn für die früheren Jahrhundertewissen wir genau, dass die Grabstätten sich in dem benach-barten Boden des heutigen Friedhofs befanden und dieser sichdemnach bedeutend weiter ausgedehnt hat. Diese Ansicht, welchebereits Schaab * 2 ) und Lehmann 3 ) vertraten, ist im Sommer 1895unwiderleglich dadurch bestätigt worden, dass man beim Baueiner Abschlussmauer gen Nordwest auf eine Anzahl von Grab-steinen aus dem 13. Jahrhundert stiess, von denen drei neben-einander liegende aus einer Zeit stammten und zwar zwei aus1263 und einer aus 1264. Hieraus ergiebt sich, dass die Steine
') Wie z. B. nach den Angaben Conrads von Megenberg die von Wien,vgl. Giidemann a. a. 0.241.
2 ) Diplom. Gesch. d. J. in Mainz 35 ff, und danach Oarmoly, Die Judenzu Mainz im MA. im Israelit VI, 563.
3 ) Israelit III, 150.