VI
Zeugnisse zu sammeln für die Unduldsamkeit, Barbarei, Gewinn-sucht und den Aberglauben der Herrscher und des Volks unddie beispiellose Widerstandskraft, Zähigkeit und den Opfermutder Juden, welche mit derselben Energie, mit welcher sie einstden Römern getrotzt hatten, jetzt die Verfolgungen ertrugen undnoch Lebenskraft behielten.“
Dieser „schauexiichen und undankbaren Aufgabe“ habe ichmich seit mehreren Jahren unterzogen und übergebe die Fruchtmeiner mühseligen Thätigkeit den Forschern und Freundenjüdischer Geschichte. Meine Arbeit wurde mir durch dasEntgegenkommen erleichtert, mit welchem mau mir bereit-willigst handschriftliches und gedrucktes Material zur Verfügungstellte, mir Rat gab und einzelne meiner Druckbogen mit corri-gieren half. Ausser Denen, welche ich im Buche selbst dankbargenannt habe, spreche ich liier noch besonders meinen Dank ausder Besitzerin der Handschrift, der Mainzer israel. Religions-gesellschaft und ihrem Rabbiner Herrn Dr. Bondi, der Ver-waltung der hiesigen Stadtbibliothek, den Herren Prof. Dr. Velke,Hofrat Börckel, Dr. Heidenheimer, sowie den Herren DoktorenBärwald-Frankfurt, Berliner-Berlin, Prof. Bresslau- Strassburg,Brann-Breslau, Eckstein-Bamberg, Feist-Mainz, Goldschmidt-Offenbach, Gross-Augsburg, Prof. Kaufmann-Budapest, Löwen-stein-Mosbach, Prof. Steinschneider-Berlin, Stern-Kiel und Prof.Sulzbach-Frankfurt.
Möge dieses Buch, das nach sechshundert Jahren zu neuemLeben ersteht, ein Denkmal aus jüdischer Leidenszeit bleiben, inPietät und Liebe errichtet
den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Lehre!
Mainz, den 28. Juni 1897.
Dr. Salfeld.