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als „Material“ dafür vorfinden. Dadurch entsteht ein bestimmtesVerhältnis der Anthropologie zu dem Teil der Ontologie, der dieverstehbare „Welt“ behandelt. Die Anthropologie hat sich nichtnur auf die Lehre vom „mundus intelligibilis“ zu stützen, sondernsie muß diesen Teil der Philosophie inhaltlich soweit wie möglichzu Ende führen, d. h. sie hat nach dem Universum der Werte zufragen, die dem menschlichen Leben Sinn verleihen. Das ist wie-der keine Aufgabe einer Psychologie des zeitlichen seelischen Ge-schehens.
Zugleich kann die Anthropologie sich damit auch zu einerLehre von den vielen außerwissenschaftlichen Weltanschau-ungen gestalten. Sie wird zwar nicht selber eine für alle Men-schen gültige Weltanschauung vorschreiben wollen, denn einesolche bleibt, gerade weil sie vom „ganzen Menschen“ bestimmtist, notwendig partikular in ihrer Besonderheit. Wohl aber ver-mag die Anthropologie auf Grund eines Wertsystems einen Über-blick über die Mannigfaltigkeit aller Weltanschauungen zu ge-winnen und sie systematisch zu ordnen. Damit dient sie dann demInteresse, durch das die meisten Menschen am stärksten zur Be-schäftigung mit Philosophie getrieben werden. Sie schafft, soweitdas wissenschaftlich überhaupt möglich ist, begriffliche Klarheitüber die Eigenart der verschiedenen außerwissenschaftlichen Welt-anschauungen und läßt die Gründe für ihre Vielheit erkennen.
Doch auch hierdurch ist der „Ort“, den der Mensch in dem vonder Ontologie nach seinen verschiedenen Seinsarten erkanntenWeltganzen einnimmt, noch nicht vollständig gekennzeichnet. Wirsahen, daß alles sinnvolle Verhalten zu Werten ein freies Sub-jekt voraussetzt. Inwiefern muß der Mensch, der als Glied derWelt seinem Sinn nach in Betracht kommt, als frei angesehenwerden ?
Durch diese Frage wird die Anthropologie in Verbindung auchmit der Prophysik gebracht, und daran zeigt sich von neuem, wes-halb sie nicht Psychologie der zeitlich begrenzten seelischen Vor-gänge bleiben kann. Wir wissen, weshalb wir ohne Freiheit bei derBildung des Weltallbegriffs nicht auskommen. Jetzt haben wirdiese Einsicht auf den Menschen im besonderen und den Sinn sei-nes Lebens anzuwenden. Wir könnten das Weltall nicht sinnvoll