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Auch hierbei zeigt sich wieder, wie notwendig es ist, daß wir inder Philosophie ohne Voraussetzung von unbewiesenen „Dogmen“verfahren. Glaubt man, alles in der Welt „sei“ im „Wesen“ das-selbe, dann mag man angesichts der Weltvielheit mit Rechtmeinen, die philosophische Weltfrage entziehe sich.Jeder wissen-schaftlichen Beantwortung, denn es könne nie gelingen, die ge-gebene Mannigfaltigkeit in ihrem Sein wissenschaftlich als durch-weg „identisch“ zu begreifen. Solchem Bedenken gegenüber ist eseine der wichtigsten Aufgaben der Ontologie, daß sie die Viel-heit des Weltseins sich von vorneherein zum Bewußtsein bringtund dem sich bei unbefangener Beobachtung aufdrängenden onto-logischen Weltpluralismus auch systematisch gerecht wird.
Zur Erreichung dieses Ziels gibt es keinen anderen Weg, als daßwir zunächst irgendeine besondere Art des Weltseins ins Augefassen, die sich uns aufdrängt, und uns die Frage vorlegen, wieweit wir mit ihrem Begriff bei Bestimmung der Totalität der Weltkommen, und wo wir in der Welt auf eine andere Art des Seinsstoßen. Mit dessen Begriff haben wir dann von neuem denselbenVersuch zu machen und das solange fortzusetzen, bis der Forschungkeine unbekannte Art des Seins mehr begegnet. Mit solchem „em-pirischen“ Verfahren allein kommen wir zu einer Antwort darauf,wieviele verschiedene Bedeutungen wir mit dem Wort „Sein“verbinden müssen, falls diese sich in ihrer Gesamtheit dazu eignensollen, das Weltganze in seiner Mannigfaltigkeit ontologisch voll-ständig zu kennzeichnen.
A. DIE SINNENWELT.
§ 10 .
Das mechanische Sein der Körper.
Mit welchem Seinsbegriff werden wir beginnen? Systematischläßt sich das nicht entscheiden, aber es beeinträchtigt den wissen-schaftlichen Charakter der Untersuchung nicht, wenn wir, zunächstunsystematisch, einen Begriff des Seins herausgreifen. Wir haltenuns dabei an die Art des Seins, die sich den meisten Menschenschon im vorwissenschaftlichen Leben am stärksten aufdrängt,