VORWORT.
Von dem kleinen Buch, das ich hier der Öffentlichkeit übergebe,bitte ich den Leser, nichts anderes zu erwarten, als das, was seinTitel ausdrücklich sagt. Es handelt sich in ihm nicht etwa um dieGrundlinien eines Systems der Philosophie, sondern ausschließlichum dessen Probleme, und wenn diese sich auch nicht dar-legen lassen, ohne die Richtung anzudeuten, in der das System beider Ausführung sich zu bewegen hätte, so sollen doch in dieserSchrift hauptsächlich Fragen gestellt, nicht Antworten ge-geben werden. Oft brechen die Darlegungen dort ab, wo mancherLeser glauben kann, daß die größten Schwierigkeiten noch unge-löst sind. Ja mehr: nur die G r u n d probleme der Philosophiewerden erörtert, und das Eingehen auf Sonderfragen ist fast überallvermieden. Einzelheiten sind dann allein herangezogen worden,wenn es zur Verdeutlichung der Hauptbegriffe wünschenswert er-schien.
Daß sich die philosophischen Grundprobleme um die ebenfallsschon im Untertitel genannten drei Begriffe der Methodologie, derOntologie und der Anthropologie bewegen, bedarf keiner anderenErläuterung als der, die im Buch selbst gegeben ist. Die Termini„Ontologie“ und „Anthropologie“ habe ich auch deshalb gewählt,weil sie heute viel benutzt werden. Man kann in jeder philoso-phischen Frage eine „ontologische“ sehen. Denn es ist die Aufgabeder Philosophie in allen ihren Teilen, das, was man „das Seinder Welt“ oder das „Seiende überhaupt“ nennt, darzustellen, undes läßt sich nur das untersuchen, was in irgendeiner Weise inder Welt „ist“. Vom Nichts oder vom Nicht-Etwas darf mannichts anderes sagen, als daß es nicht ist. Wer vom „Nichts“redet, als ob es „Etwas“ sei, spielt mit Worten. Doch empfiehlt es