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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
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erforschen wollen, wenn wir nicht die Fähigkeit besäßen, frei dieWahrheit als Wert zu bejahen und das Falsche als Unwert frei zuverneinen. Daraus entstehen in der Anthropologie neue Probleme,die wieder nicht psychologisch zu behandeln sind. Man wird sagen:als psychophysisches Gebilde ist der Mensch ein Glied der Sinnen-welt, und diese halten wir in ihrem ganzen Umfange für kausal be-dingt. Nicht nur als körperliches, sondern ebenso als seelischesSein muß der Mensch so begriffen werden, daß jeder Teil seinesräumlich-zeitlichen Daseins von dem vorangegangenen Teil be-wirkt wird und auf den folgenden Teil eine Wirkung ausübt. Kann,so wird man dann weiter fragen, das wirkliche Erkennen des Men-schen, das doch auch zu seinem Seelenleben gehört, frei sein?

Dies Bedenken ist nach unseren ontologischen Darlegungen fürsich allein nicht mehr entscheidend. Die Tatsache der Erkennt-nis, ja des sinnvollen logischen Zweifels, schließt die Vorausset-zung ein, daß der Mensch nicht nur psychophysisch in der Sin-nenwelt lebt, sondern zugleich an dem freien Sein des prophysi-schen Subjekts irgendwie „Anteil“ hat- Hierin haben wir eineVoraussetzung, die auch die Psychologie als Wissenschaft erstmöglich macht. Deshalb ist das menschliche Subjekt in seinerFreiheit einer nur psychologischen Behandlung, die sich auf diezeitlich ablaufenden psychischen Vorgänge beschränkt, entzogen.Freilich mag man sagen, daß die Behandlung des freien Subjektsebenfalls „Psychologie“ sei, denn Freiheit habe nur die Seele.Gegen eine solche Terminologie läßt sich wieder nichts„beweisen“. Aber auch sie wäre unzweckmäßig, denn es muß zuUnklarheiten führen, wenn dieselbe Wissenschaft, die es mit demzeitlich ablaufenden, kausal bedingten psychischen Vorgängen zutun hat, zugleich die Wissenschaft vom freien prophysischen Sub-jekt als „Seele“ sein soll. Jedenfalls hätten wir dann, ebenso wiebei der Erforschung der verstellbaren Sinngebilde, verschiedeneArten von Psychologie zu trennen, und es würde in diesemFall mit der „Psychologie“ des freien Subjekts eine dritteArt entstehen, die nicht mit den beiden anderen Arten verwech-selt werden darf. Es bleibt dabei, daß die philosophische Anthro-pologie, auch wegen des freien Subjekts, sich nicht auf die objek-tivierbaren psychischen Gebilde beschränken kann.