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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
Entstehung
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i und man bleibt daher auf halbem Wege stehen, wenn man denj N a m e n der Psychologie auch für solche Forschungen beibehält,j in deren Zentrum nicht-psychisches Sein steht.

Charakteristisch ist, daß man bei Dichtern ein größeres Unbe-| hagen an dem traditionellen Weltgegensatz von „Leib und Seele“

] findet als bei Philosophen. Dichter stehen dem „vollen“ Leben

näher und merken, daß sein Sinn nicht psychisch sein kann,sondern in einer anderen Sphäre des Seins liegt, ohne daß siediese freilich ihrem ontologischen Wesen nach erkennen. Ein Ge-dicht von Stefan George, das er „Leib und Seele“ überschreibt, seials Beispiel angeführt:

„Sprach nicht der Weise: Such der Seele SchönheitVor der des Leibs? . . . Leib, Seele sind nur Worte

Wechselnder Wirklichkeit.

Unlängst erzähltest du vom früheren Freund:

Sein helles Aug war matt, sein Mund, der blühte,

Ward saftlos, enge ward die hohe Stirn . . .

Ich weiß nicht, ob du Leib ob Seele maltes t.“

Der Dichter hat Recht, zu sagen, daß er nicht wisse, ob in Wor-ten wie „helles Aug“, „blühender Mund“, „hohe Stirn“ Leib oderSeele „gemalt“ werden. In Wahrheit wird keines von beidengemalt, sondern es sind die weder körperlichen, noch seelischenSinngebilde gemeint, die, für alle als dieselben verständlich,durch Auge, Mund und Stirn, also durch Körper, zum Ausdruckgebracht werden.

Der Hinweis auf sie hat uns zugleich zu dem ontologischen Ge-biet geführt, von dem die Anthropologie ausgehen sollte, wo sienach dem Sinn des Menschenlebens in der Welt fragt. Sie muß sichvor allem klar machen, daß der Mensch nicht nur sinnliches, d. h.psychisches und physisches Sein wahrnimmt, sondern auch un-; sinnliches Sein versteht, und von diesem Ergebnis der Ontologieaus gilt es dann, Schritt für Schritt den Weg zu den philosophi-schen Problemen der Anthropologie zu finden. Dann wird klar, daßes mit Hilfe der Psychologie als der Wissenschaft von den zeitlichablaufenden psychischen Vorgängen allein nicht gelingen kann,zur Klarheit über die Stellung des Menschen in der Welt zu kommen.

Allerdings erschließt sich auch von den Sinngebilden aus solcheKlarheit noch nicht vollständig. Aber ohne daß wir zunächst ein-