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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
Entstehung
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kommen wollen, und wir bestimmen daher den Begriff des Sym-bols, den wir hier nicht entbehren können, noch etwas genauer. Ineiner Hinsicht trägt alles Denken, das an die Sprache gebundenist, also auch, ja gerade das streng wissenschaftliche, einen symbo-lischen oder allegorischen Charakter, denn sobald eine Untersuchungdas, was sie meint, in Worten zum Ausdruck bringt, weist sie da-mit auf etwas anderes hin, als sie selber sprachlich i s t. In-sofern darf sie ebenfalls symbolisch oder allegorisch genannt wer-den. Das geht aus dem hervor, was wir über die Begriffe „Sprache“und „Antlitz“ ausgeführt haben J ). Doch weisen die Ausdrucks-mittel der Wissenschaft auf ein diesseitig Seiendes hin, dassie selber nicht sind. Bei dem metaphysischen Denken dagegenhandelt es sich um eine besondere Art der Symbolik, die indoppelter Hinsicht symbolischen Charakter trägt. Bei ihr bildetnicht nur das sinnliche Sein der Sprache den Träger eines unsinn-lichen verstellbaren Seins, sondern auch dies unsinnliche Sein, dasverstellbar im Diesseits liegt, muß sich als Bild für ein übersinn-liches Jenseits deuten lassen. Wir können in einem solchen Falleauch von Symbolen im engeren Sinn sprechen, was um so unbedenk-licher ist, als man in der Regel nur an diese Art der Symbolik denkt,wenn man den Terminus verwendet. Jedenfalls: die Metaphysikbraucht immer ein diesseitiges Sein, um es als Bild für ein Jen-seits zu verwenden. So allein wollen wir hier den Terminus „Meta-physik“ verstehen.

Wie sehr die Metaphysik auf Symbole dieser Art angewiesen ist,zeigt sich auch darin, daß schon der Begriff des metaphysischen Seinsselber, wenn er wie hier und auch wohl sonst vielfach, wo man ihnrichtig versteht, als der einer „Wertwirklichkeit“ gemeint ist, nursymbolisch bestimmt werden kann. Wir denken an etwas Wert-haftes, also Unsinnliches, und bezeichnen es zugleich als „wirklich“.Wir dürfen nicht vergessen, daß in diesem Fall das Wort „Wirklich-keit“ eine uneigentliche, sinnbildliche Bedeutung besitzt. Es istnichts von dem damit gemeint, was wir im Diesseits als „wirklich“erfahren. Wir wollen mit dem Wort Wert-Wirklichkeit nicht etwasagen, daß der Wert, der „wirklich“ sein soll, den Charakter deruns bekannten und von uns erkannten Wirklichkeit trägt. Wir

1) Vgl. oben § 19, S. 87 ff.