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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
Entstehung
Seite
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theoretischen Sinn gehalten, und zwar deshalb, weil an ihm die Ge-danken logisch zwingend zu begründen sind, d. h. so, daß ihreVerneinung zu einem Widersinn führen würde. Wir wissen aber zu-gleich, daß dadurch unsere Darstellung einen einseitigen Charak-ter erhalten hat. Wir dürfen das Gebiet des verstehbaren Seins nichtmit dem des theoretisch verstehbaren Sinnes gleichsetzen. Dochbleiben wir zunächst noch bei ihm als Beispiel, und zwar wieder,um in logisch zwingender Betrachtung noch einen anderen Be-griff als mit dem der Sinnganzheit notwendig verbunden aufzuzei-gen, nämlich den des Wertes, den wir zunächst absichtlich bei-seite gelassen haben. Inwiefern ist er mit dem Begriff des theore-tischen Sinnes verknüpft?

Alle Menschen, die Wissenschaft treiben, streben nach demVerstehen wahrer Sinngebilde und wollen dementsprechendnicht in Irrtum verstrickt bleiben. Wir suchen mit anderenWorten in der Wissenschaft das Wahre und meiden dasFalsche. Was ergibt sich bereits aus dieser Art unseres subjektivenVerhaltens als eines alternativen Stellungnehmens? Die Antwortist einfach. Wo wir etwas suchen, tun wir es deswegen, weil dasGesuchte für uns einen Wert besitzt. Das völlig Wertfreie zusuchen, kann niemandem einfallen. Das läßt uns „gleichgültig“,wir „kümmern“ uns nicht darum. Etwas Entsprechendes gilt fürden Fall, in dem wir etwas meiden. Wir tun es deshalb, weil dasGemiedene, wie wir sagen, einen „Unwert“ hat, d. h. nicht etwanur negativ wertfrei oder wertindifferent, sondern wertfeindlich ist.

Daraus schon wird klar: Wahrheit und Falschheit sind für denwissenschaftlichen Menschen ein Wertpaar oder ein „Wert-gegensatz“, wie für anders eingestellte Menschen z. B. Lust undSchmerz, Gut und Böse, Schön und Häßlich Wertpaare sind. Inallen diesen Fällen stellt die eine Seite das dar, was sein soll, weiles positiv werthaft, die andere Seite das, was nicht sein soll, weiles wertfeindlich ist. Mit den theoretisch verstellbaren Sinngebildenkommen wir also nicht nur in das Gebiet des Unsinnlichen undZeitlosen, sondern zugleich zu einem Seienden, das sich von jedernur psychophysischen Realität auch durch seinen Wertcharakterund den damit verbundenen Wertgegensatz unterscheidet. Vonallem, was bloß körperlich oder bloß seelisch ist, können wir onto-