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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
Entstehung
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über das Verhältnis des unsinnlichen, verstehbaren Seins zur Zeit.Das wird erst möglich, wenn wir auch hier den Begriff der Ganz-heit ins Auge fassen.

Beschränken wir uns dabei zunächst wieder auf das Beispielder Sprache. Die Worte lassen sich zu Sätzen verbinden und machendann mit ihrer Mehrheit von Bedeutungen ein Ganzes aus, dasein verstehbares Gebilde zum Ausdruck bringt. Wir wollen es auchterminologisch von den Bedeutungen der einzelnen Worte dadurchtrennen, daß wir von dem Sinn des Satzes sprechen. Dadurchscheint freilich zu dem bisher Festgestellten nichts prinzipiellNeues hinzuzukommen, besonders wenn wir an den üblichenSprachgebrauch denken. Wir sind gewohnt, sowohl vom „Sinn“einzelner Worte wie von den „Bedeutungen“ ganzer Sätze zu reden.Deshalb kann man annehmen, daß, wie der Satz sich aus Worten,der Sinn sich aus Bedeutungen so zusammensetze, daß der Satz-sinn die bloße Nebeneinanderstellung oder nichts anderes als die„Summe“ der einzelnen Wortbedeutungen sei. Aber diese An-sicht ist unzutreffend. Der Sinn eines Satzes unterscheidet sichgrundsätzlich von der bloßen Summe der einzelnen Wortbedeu-tungen, und hieran können wir zugleich das Verhältnis der anSätzen zu verstehenden Sinngebilde zur Zeit genauer bestimmen.

' Wir wählen als Beispiel einen Sinn, den wir als theoretisch wahroder falsch verstehen. Die einzelnen Worte und deren bloße Summesind weder wahr noch falsch. Erst der Sinn des ganzen Satzes be-sitzt theoretische Differenz. Worauf beruht das?

Das Verhältnis, in dem die einzelnen Wortbedeutungen zumGanzen eines theoretischen Sinngebildes stehen, haben wir in denerkenntnistheoretischen Ausführungen schon erörtert. Es kommt] jetzt darauf an, die ontologische Konsequenz daraus zu ziehen. Das

j Gebilde, das als wahr oder falsch verständlich ist, setzt sich gewiß

j aus Wortbedeutungen zusammen. Aber da die einzelnen Bedeu-| tungen für sich noch nicht wahr oder falsch sind, muß das ganze

] Sinngebilde auch ontologisch, d. h. auf sein Sein hin betrachtet,

etwas prinzipiell anderes sein als eine bloße Summe. Wir dürfenauch hier sagen: erst als Glieder eines Ganzen kommen die Be-deutungen der Worte in die theoretische Sinnsphäre. Die Worte 2! und 4 z. B. sind für sich weder wahr noch falsch, und auch ihre! 6 *