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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
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haupt. Schon für Platon war der wichtigste Unterschied im Welt-ganzen der von sinnlich ( aia’&rjrov ) und verstellbar (vorjtöv).Später stellte man dem ,.sensiblen“ Sein ein „intelligibles“ gegen-über. Das meinen wir auch hier. Allerdings war damit früher einanderer Unterschied verbunden, von dem wir abzusehen haben.Das Sinnliche galt als Diesseits und das Verstellbare als Jenseits.Solche „metaphysische“ Umdeutung des Unterschiedes ma-chen wir nicht mit. Wir beschränken uns zunächst auf die dies-seitige Erfahrungswelt und finden gerade in ihr den Dualismus,den wir nicht besser zum Ausdruck bringen können als dadurch,daß wir von sinnlichen oder sensiblen Gebilden auf der einen, vonverstellbaren oder intelligiblen Gebilden auf der anderen Seitesprechen.

Wir müssen, damit dies richtig verstanden wird, freilich denBegriff des Verstellbaren ebenso umfassend nehmen wie den desSinnlichen, d. h. wir dürfen besonders nicht, wie es bei Platon undauch später der Fall war, lediglich an das durch den VerstandVerstellbare denken. Damit kämen wir zu einer einseitig „intel-lektualistischen“ Deutung des verstellbaren Seins. Die theoretischverstellbaren Wortbedeutungen und die wissenschaftlichen Sinn-gebilde waren nur ein Beispiel. Daneben gibt es noch viele Gebilde,die wir ebenfalls nicht wahrnehmen, sondern verstehen. Wir könnenvon einem „mundus intelligibilis“ sprechen und dazu das in derErfahrung gegebene Sein als Ganzes rechnen, das sich nicht alsseelisch und ebensowenig als körperlich begreifen läßt.

In anderer Richtung läßt sich der gemeinte Unterschied auchdurch das verschiedene Verhältnis,- welches die wahrnehmbarenund die verstellbaren Gebilde zur Zeit haben, erläutern. Allessinnliche Sein, gleichviel ob es körperlich oder seelisch ist, ver-läuft so, wie es wahrgenommen wird, in der Zeit und verändert sichin ihr. Wir sehen einen Körper, z. B. ein Blatt, das grün ist. Wirbeobachten, wie das Blatt im Herbst allmählich braun wird. SolcheVeränderungen setzen wir überall in der Sinnenwelt voraus. Frei-lich gehen sie bei manchen Körpern so langsam vor sich, daß wirsie bisweilen nicht bemerken. Trotzdem sind wir der Überzeugung,daß es etwas Unveränderliches in der wahrnehmbaren Körper-welt nicht gibt, und dasselbe gilt vollends für das durch die „innere“

Eickert, Grundproblemc. 6