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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
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tungen oder Sinngebilde zu erfassen, einen seelischen Akt. Der istjedoch bei jedem Individuum ein anderer, und schon deshalb kannder verstandene identische Sinn nicht mit ihm zusammenfallen.Die enge Verbindung des seelischen mit dem verstellbaren Seinvermag also an der ontologischen Selbständigkeit der verstell-baren Gebilde nichts zu ändern. Vollends darf die Verbindung, diedas verstehbare mit dem körperlichen Sein zeigt, nicht darübertäuschen, daß hier zwei ontologisch verschiedene Gebilde zusam-men auftreten. Eine verstehbare Wortbedeutung kann dieselbebleiben, wenn das wahrgenommene Wort, an dem sie „haftet“, einanderes wird, und ebenso ist es gleichgültig für das Sein des ver-stellbaren Sinngebildes, ob wir das Wort, mit dem es verbundenist, hören oder sehen. Auch in dieser Hinsicht bleibt, bei völligerVerschiedenheit des sinnlich wahrnehmbaren körperlichen „Trä-gers“, der verstellbare Gehalt derselbe.

Es gilt nun, die ontologische Eigenart des verstehbaren Seinsgenauer zu charakterisieren. Dabei hegt zunächst eine negativeBestimmung nahe. Alles körperliche und seelische Sein bezeichnenwir als „sinnlich“. Das entspricht dem Sprachgebrauch, auf Grunddessen wir die aus seelischen und körperlichen Vorgängen bestehendeWelt „Sinnenwelt“ nennen. Es ist auch üblich geworden, einen„äußeren“ von einem „inneren“ Sinn zu trennen. Mit dem einennehmen wir Körper, mit dem anderen Seelenleben wahr. Das könnenwir akzeptieren und sagen: auch das Seelenleben, z. B. als Gefühloder als Willensvorgang, wenn wir es mit dem „inneren Sinn“ er-fassen, ist sinnlich. Die Bedeutungen dagegen, die wir verstehen,sind unseren Sinnen weder durch äußere noch durch innere Wahr-nehmung zugänglich. Erst dann trennen wir sie mit der nötigenbegrifflichen Schärfe von den seelischen und den körperlichen Vor-gängen, mit denen sie verbunden sind, wenn wir sie ausdrücklich alsunsinnlich bezeichnen. Allerdings ist die Bestimmung nurnegativ. Aber sie reicht aus, weil jederzeit der Begriff des Verstell-baren das Wesen des unsinnlichen Seins in diesem Zusammenhangauch positiv angibt.

Durch die Trennung wollen wir durchaus nicht etwas prinzipiell„Neues“ einführen. Wir greifen auf eine Unterscheidung zurück,die nahezu so alt ist wie die wissenschaftliche Philosophie über-