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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
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halten. Besitzen wir dann wenigstens in ihm einen Gedanken, dersich konsequent zu Ende denken läßt, so daß mit seiner Hilfe einontologisch brauchbarer Begriff der „einheitlichen“ psychophysi-schen Bealität entsteht?

Auch hier dürfen wir uns nicht darauf beschränken, im allge-meinen zu versichern, alles seelische Sein laufe dem körperlichenirgendwie „parallel“, sondern wir haben dabei bestimmte Be-griffe des körperlichen und ebenso des seelischen Seins zu-grunde zu legen, und wenn wir dann eine wahrhaft universale,alles Sein umfassende Theorie verlangen, werden wir uns wieder,zunächst wenigstens, an den mechanischen Begriff der Körperwelthalten, weil er der allgemeinste ist, den wir in der Wissenschaftvon den Körpern kennen. Was aber hat es für einen Sinn, demmechanischen Geschehen ein seelisches Sein „parallel“ zu setzen?Da das Seelische nicht ausgedehnt ist, läßt es sich auch in keinerWeise als dem Mechanismus „parallel“ gehend auffassen. Der Be-griff des psychophysischen Parallelismus erweist sich als ebensounbrauchbar wie der der psychophysischen Kausalität 1 ). Das see-lische Leben ist dadurch charakterisiert, daß es keine nur quanti-tative Bestimmung seiner Eigenart zuläßt, und nun soll es einemSein parallel gehen, das lediglich quantitativ bestimmt gedachtwird? Dabei läßt sich, ebenso wie bei der „identischen Substanz“,nichts denken, was zu wissenschaftlich brauchbaren Begriffen führt.

Man könnte allerdings vielleicht versuchen, das seelische Seindem lebendigen oder organischen körperlichen Sein und seinenqualitativen Ganzheiten „parallel“ zu setzen. Das würde wenig-stens nicht zu einem Widerspruch führen. Aber wir wissen, daßdas Sein der Organismen der Durchführung einer allgemei-nen Körpertheorie im Wege steht, und derselbe Umstand mußbei einer Parallelisierung des seelischen mit dem organischenSein die konsequente Durchführung des Parallelismus für dasGanze der psychophysischen Welt hindern. Der Parallelismustaugt somit ebensowenig wie der materialistische und der spiri-tualistische Gedanke zur Beantwortung der ontologischen Frage,die sich aus dem psychophysischen Dualismus der Sinnenwelt er-

1) Vgl. meine Abhandlung: Psychophysischer Parallelismus und psy-chophysische Kausalität, Festschrift für Sigwart, 1900.