Druckschrift 
Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

73

gibt. Vom Parallelismus bleibt nichts übrig, als daß er für eineEinzel Wissenschaft, die sich auf Weltteile beschränkt, ver-wendet werden kann. Aber das verdankt er dann nur dem Um-stand, daß man dort auf seine universale Durchführung verzichtet,also sich von philosophischen Problemen fernhält.

Nach der Kritik der bisher gemachten Versuche, den psycho-physischen Dualismus zu überwinden, bleibt es dabei: das körper-liche und das seelische Sein sind ontologisch als wesentlich von-

■ einander verschieden zu kennzeichnen. Innerhalb der psycho-physischen Welt haben wir ebenso an einem Dualismus festzu-halten wie innerhalb der Körperwelt an dem Dualismus von mecha-nischem und organischem Sein. Dies ontologische Ergebnis wirdallerdings vielen Denkern rein negativ und schon insofern doppelt

i unbefriedigend erscheinen. Aber das ist für sich noch kein Ein-j wand gegen seine Richtigkeit. Nur dem, der von vorneherein andas Dogma des „Monismus“ glaubt, muß jeder Dualismusj oder Pluralismus „unbefriedigend“ Vorkommen.

j § 14 .

1 Elemente und Ganzheiten des Seelenlebens.

j Es bleibt jetzt noch die Erörterung der Theorien übrig, die ge-

j bildet worden sind, um das seelische Sein als Ganzes in seiner A b -! getrennt heit vom körperlichen Sein für sich zu begreifen.Bei der Fülle der verschiedenen, einander widerstreitenden An-

■ sichten beschränken wir uns darauf, ein Beispiel der Kontroversenherauszugreifen, um an ihm das allgemeine Prinzip klarzulegen,

; das hier ontologisch wichtig ist. Wir gehen dabei von einer Theorie; aus, die eingesehen hat, daß das seelische Sein niemals ausgedehntist und daher vom körperlichen Sein ontologisch unter-schieden werden muß, die aber trotzdem versucht, metho-disch dem Verfahren, mit dem man die Körperwelt begreift,so nahe wie möglich zu bleiben. Man forscht dann in allem Seelen-; leben nach den „elementaren“ Vorgängen, die als „letzte“, d. h.

; nicht weiter analysierbare Bestandteile des gesamten psychischen

Seins anzusehen sind, und man strebt zugleich danach, für dieselementare Geschehen allgemeine Gesetze aufzufinden, von denen

i