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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
Entstehung
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so hat das, richtig verstanden, mit Spiritualismus nichts zu tun.

Auf Grund dieser Feststellungen haben wir den „Realismus“ derErkenntnistheorie so weit abzulehnen, als er den Schwerpunktbeim Begriff des Erkennens einseitig auf das Objekt legt unddem Subjekt die untergeordnete Rolle des bloßen Abspiegelns oderWiederholens beim Erkennen zuschreibt. Das, was vielfach alserkenntnistheoretischer Realismus vertreten wird, ist in Wahrheitnichts anderes als die einseitige Denkart der Spezialwissenschaften.Ihnen kommt es allein auf die zu erkennenden Dinge (res), d. h.auf die Objekte an. Das Ich-Subjekt dürfen sie außer acht lassen,weil sie nicht universal zu denken brauchen. Die Philosophie kanndas nicht. Für sie kommt stets das Eine und das Andere, indiesem Fall das Subjekt und das Objekt, in Betracht.

Prinzipiell verfehlt ist es ferner, den erkenntnistheoretischenRealismus dadurch begründen zu wollen, daß man sagt, es handlesich beim Gegensatz von erkennendem Subjekt und erkanntemObjekt um den Widerstand, auf den der Wille des Subjekts inder Welt stößt, und in diesem Widerstand „erlebe“ das Subjektdie „wahre“ Realität unmittelbar. In gewisser Hinsicht mag daszutreffen. Aber für die erkenntnistheoretischen Probleme habensolche, schon von Maine de Biran vertretenen „voluntaristischen“Behauptungen, gleichviel ob sie richtig oder falsch sind, keine Bedeu-tung 1 ). In der Erkenntnistheorie kommt es nicht auf das Verhältnisdes Willens zu der von ihm „unabhängigen“ Realität an, sondernauf das Verhältnis des erkennenden Subjekts zu dieser Reali-tät, und sogar wenn man alles, was der voluntaristische Realismusvertritt, in der Ontologie anerkennen wollte, würde man dennochin der Erkenntnistheorie dabei bleiben müssen, daß auch die vomWillen unabhängigen Realitäten vom Subjekt gekannt und vor-gestellt, also „idealistisch“ aufgefaßt werden müssen, falls sie alserkennbar begriffen werden sollen.

Wir beschränken uns also auf die Behauptung, daß alles erkenn-bare Sein einem Subjekt „gegeben“ sein muß, und daß jede Be-griffsbestimmung des Erkennens, welche das Subjekt ignoriert,

1) Ob der „Voluntarismus“ auch in der Ontologie abzulehnen ist,soll hier nicht entschieden werden. Wir beschränken uns absichtlichauf das erkenntnistheoretische Problem.