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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
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führen und zugleich den Unterschied von seelischem und körper-lichem Sein problematisch machen. Körper sind nie seelische Ge-bilde. Daran müssen wir unter allen Umständen festhalten. DasSein überhaupt fällt nicht mit den seelischen Akten des Vorstellenszusammen. Der Satz, der „esse“ und „percipi“ identifiziert, hatviel Unklarheit angerichtet. Mit ihm verwirrt man die erkenntnis-theoretische Problemstellung. Die Körper sind als Körper genauso unmittelbar „gegeben“ oder „vorgestellt“ oder „im Bewußt-sein“ wie das seelische Sein.

Falls das paradox klingt, liegt das an der Terminologie. DieAkte des vorstehenden Subjekts sind gewiß seelisch. Aber derInhalt dessen, was sie als Objekte vorstellen, ist als solchergegen den Unterschied von seelisch und körperlich noch indiffe-rent. Ein den Raum erfüllendes, also körperliches Gebilde kanngenau ebenso vorgestellt oder im Bewußtsein sein wie ein seelisches,nicht den Raum erfüllendes Gebilde. Der Unterschied von Körperund Seele ist ontologisch und darf in der Erkenntnistheorie beider Frage: Realismus oder Idealismus? keine Rolle spielen.

Das hervorzuheben, ist um so wichtiger, als nicht nur vor Kant,der den von ihm sogenannten „schwärmenden Idealismus“, d. h.eine Art des Spiritualismus, mit Nachdruck ablehnte, sondern auchspäter manche Denker das erkenntnistheoretische mit dem onto-logischen Problem verwechselt und dann aus den, erkenntnis-theoretisch richtig verstandenen, unanfechtbaren Sätzen ontologi-sche Folgerungen gezogen haben, die das Gegenteil von unanfecht-bar sind. Man braucht nur an Schopenhauer zu denken, der inWahrheit Berkeley, nicht Kant, als Vorgänger hatte. Im Grundeist in dieser Frage durch Kant bereits alles klar gestellt. Be-greift man, daß das, was Kant „transzendentale Apperzeption“oder „Bewußtsein überhaupt“ nennt, nichts mit dem Seelenlebendes Individuums, also auch nichts mit der Eigenart des spezifischpsychischen Seins zu tun hat, dann folgt daraus bereits allesWesentliche. Der richtig verstandene erkenntnistheore-tische „Idealismus“ will lediglich sagen, daß es unmöglich ist,den zu erkennenden realen Gegenstand in jeder Hinsicht un-abhängig vom erkennenden Subjekt zu denken, und wenn mandazu kommt, die dem Subjekt gegebene Welt „bewußt“ zu nennen,

Rickert, Gnindproblemc. 4