Freundlicher redet Natur dann zu einem schlichteren Serzen.Ehemals rührte uns nicht der wiederkeimende FrühlingSo und sein lieblicher Änhauch: wir kannten die dankbare InbrunstZugendlich nicht, mit der wir heute dem zauberischenDuft der Sommerrose uns neigen, noch grüßte das ÄugeZärtlich schon, wie heut', das Bild der welßstämmigen Birke,Welche so zierlich jungfräulich das Gelock ihres LaubesSangen läßt am goldenen Nachmittag. — Seltsame Rührung,
Was bedeutest du doch und was dies liebende Änschau'n?
Will Natur mit sanfter Verlockung das Serz uns gemahnen.
Daß wir ihr gehören und ln sie kehren ln Bälde?
Zieht sie schon leise uns hin, zur Süße die Sinne uns reifend? —Äöchterchen, sieh, so war ich im Serzen gestimmt und bereitet.
Dich zu empfangen aus dem Schoß des organischen Dunkels,
Vas dich treulich gehegt und genauesten» fertig gebildet
Nach den Gesehen der Ärt. Nicht wußt' ich schon, daß lch dich liebte.
Doch als das schwere, heitere, heilige Wunder geschehen:
Äls du erschienen warst und dem Lichte gehörtest, wonach duLange schon, lebhaft, in Stößen, die ich belauscht«, gedränget:
Äls ich zuerst die nichtige Last auf ängstlichen Ärmen
Mir gespürt und mit stillem Entzücken geseh'n, wie dein Äuge
Widerstrahlte das älmmelslicht; dann dich — oh, wie behutsam.
Niedergelassen an deiner Mutter Brust: da füllte
Ganz mit Gefühl sich auf einmal mein Serz, mit segnender Liebe.