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und Ethnographie, Zoologie, Botanik, überhaupt descriptiveNaturkunde. Mehrere Mitglieder dieser Akademie gehörtendem ärztlichen Stande an, andere betrieben nur als Gelehrteüberhaupt ein einzelnes specielles Fach und leisteten durchdiese Beschränkung Ungewöhnliches und Bahnbrechendes.Zu den letzteren zählte Carl Clusius, der dadurch, dass ersich fast ausschliesslich mit der Pflanzenkunde beschäftigte,auf diesem Gebiete ausserordentliche Erfolge gewann.
Des Clusius Stellung am Hofe Maximilians II. wareine ganz besondere unter den kaiserlichen Hofbeamten.Es war ein neues Amt, das für ihn eingerichtet wurde, daseines Vorstehers des kaiserlichen Gartens (praefectus hortiCaesarei:') als solcher bezog er einen jährlichen Gehalt von500 Gulden, eine für die damalige Zeit ziemlich hoheSumme. 2 )
Clusius war nicht Mitglied der Wiener Universität.Diese hatte damals auch noch nicht einen besonderen bota-nischen Garten/') Einzelne Universitäts-Professoren aber,welche sich der Pflanzenkunde widmeten, eifrig botanischeExcursionen vornahmen und sich besondere botanischeGärten anlegten, gab es in Wien: mit ihnen trat Clusiusbald in innigen Verkehr und in Freundschaft. 1 ) Es gehörtenzu diesen ganz besonders der Medicinae Doctor und Hof-
') Es gab damals zwei kaiserliche Gärten, der eine lag bei derBurg, der andere am unteren Werd oder im Prater, in der Näbo vonKaiser-Ebersdorf. Jacquin 1. c, S. 488, Note. Clusius, Plantar, rarior.bist, p. 21, nennt, den Kaisergarten bei der Arx Ebersdorf, seeundo aburbe Vienna miliari. Später biess er Hortus ad phasianos. Der Thier-garten dabei wurde dann im 18. Jahrhundert nach Schönbrunn versetzt.(Vergleiche auch die Artikel „Tanner" und „Busbeck" in diesem Bande.)
2 ) Reichardt, Carl Clusius (Allgem. deutsche Biogr., IV, 8. 349).
3) Jacquin 1. c, 8. 490 fl.
4 ) lieber die Gönner und näheren Freunde des Clusius sprechenVorstius 1. c, p. 13; Denis, Wr. Bucbdr.-Gosch., 8. 462; Jacquin, S. 484,Note; Neilreich, 8. 25, und Reichardt, 8. 36.