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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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der Leitung des berühmten Reformators Melanchthon seineKenntnisse in der griechischen Sprache zu vervollkommnen.Von dem Wittenberger Aufenthalte an datirt sich wohl seineAnhänglichkeit an die Augsburger Confession, welcher ersein ganzes Leben hindurch getreu blieb.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts reiste er durchSüddeutschland, die Schweiz und Savoyen nach Südfrank-reich, wo er in Montpellier länger verweilte und sich engeran den berühmten Anatomen und Botaniker Rondelet an-schloss, der ihn von einer schweren Krankheit herstellte. Hierwidmete sich Clusius von 1551—1554 nicht nur im Allgemeinenden medicinischen Studien, sondern ganz besonders auch derBotanik. Bei seinen häufigen botanischen Excursionen rich-tete er auch auf die in der Gegend von Montpellier befind-lichen römischen Alterthümer seine Aufmerksamkeit.

Im Jahre 1561 finden wir Clusius in Paris als Hof-meister zweier junger schlesischer Herren, Namens Thomasund Abraham Kediger, zu welcher Stelle ihn der kaiserlicheLeibarzt Crato von Craftheim von Breslau empfohlen hatte.Die kirchlichen und politischen Unruhen nöthigten ihn aber,schon im folgenden Jahre Paris zu verlassen und sich nachden Niederlanden zu flüchten, wo er abwechselnd an ver-schiedenen Orten verweilte.

Von 1564 an ward er Reisebegleiter zweier Söhne desAugsburger reichen Patriciers Anton Fugger, mit denen erFrankreich, Spanien und Portugal durchreiste. Damals hatteer das Unglück, auf einer botanischen Excursion bei Gibraltardurch einen Sturz zuerst einen Arm, dann einen Fuss zubrechen. Die Ausbeute seiner Wanderungen war eine sehrreiche. Mehr als 200 neue Pflanzenarten wurden in einem1576 zu Antwerpen herausgegebenen Werke: Rariorumstirpium per Hispaniam observatarum historia beschriebenund von ihm selbst meisterhaft gezeichnete Abbildungen,100 an der Zahl, in Holzschnitten beigegeben.