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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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Es ist wahrscheinlich, dass Nausea seine Universitäts-studien in der Philosophie, Jurisprudenz und Theologie aufrheinischen Hochschulen, namentlich in Mainz, gemacht hat,wo er schon bald nach 1520 als Prediger in der Kathedral-kirche auftrat') und wegen seines ausserordentlichen Redner-talents grossen Beifall fand. 2 )

Erzherzog Ferdinand, der damals (1523) am Rheinverweilte, hatte Gelegenheit, den Kanzelredner näher kennenzu lernen und nahm ihn als Hofprediger mit sich nach Wien.Es ist unrichtig, wenn man den Nausea als ein Mitglied derWiener Universität bezeichnet: er hat daselbst weder studirt,noch eine akademische Würde erlangt. 3 ) Wohl aber war erDoctor der Theologie und der Rechte. 4 )

Neben den Obliegenheiten eines Hofpredigers widmeteer alle seine Kräfte schriftstellerischen Arbeiten in mannig-

Desshalb irrt Roternrand (Fortsetzung; von Jöcher, Bd. V, S. 416), dervermuthot, die deutsche Namensform sei „Eckel" oder „Unratn" gewesen.') Scriptor. I. c, p. 23.

2 ) Auch noch später als Bischof von Wien wird er als Kanzel-redner gerühmt. Wolfgang Schmelzl in seinem Lobspruch auf die StadtWien (1547) meldet, dass er, kaum dahin gekommen, in die Stephans-kirohe getreten sei:

„Vil tausent Menschen stunden da

Vnd predigt Bischoff Nausea,

Wie er dann pflegt zu aller zeit

Sein schäfflein zgeben selbs die weidt."(Denis 1. c, S. 392, Note.) Sebastian Solidus Guntianus lobt in seine.'Elegie „Querola Musarum" (Viennae 154G) gleichfalls Nausea's Bered-samkeit. (Vgl. Denis 1. c.,S. 423.)

3 ) Eino solche unrichtige Notiz bringt der Conspectus bist. nniv.Vienn. II, p. 188, beim Tode Nausea's: „non urbis modo, sed et Uni-versitatis, cujus membrum erat, ingenti luctu." Auch im Hymnusgradualis (verfasst im Jahre 1048 — siehe Conspectus III, p. 250) wirdw fälschlich unter den Koryphäen der Wiener theologischen Facultätangoführt.

4 ) Die Scriptor. 1. c, p. 24, geben an, dass er Juris utriusque etsacrosanetae Thoologiae Doctor gewesen sei. Auf den Titeln seinerBücher fehlt öfter diese Bezeichnung. Eder, Catal. rect., der sonst dieBischöfe unter den Patronen der Universität aufzählt, übergoht ihn ganz.