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trug dessenungeachtet Bedenken, entschieden der Reformationbeizutreten, da der Sieg der protestantischen Glaubens-parteien, die sich gegenseitig befehdeten, keine Bürgschaftund Gewähr für geordnetere und bessere Verhältnisse gab.Ferdinand hatte gehofft, durch einige Concessionen, die erbeim Papste nach dem Schlüsse des Tridentiner Concils (imJahre 1563') nachsuchte, das weitere Eindringen der Re-formation in seine Länder hintanzuhalten; allein von diesenAbwehrmitteln, der Spendung des Abendmahls unter beidenGestalten, der Aufhebung der Fasten und des Priester-cölibats, war ihm eigentlich nur das erste zugestanden worden.Auch zeigte es sich bald, dass solche Palliativmittel zurBekämpfung der ganzen Richtung bei Weitem nicht aus-reichten. Man musste sich eben mit einer theilweisen Re-formation begnügen, die aber Niemanden befriedigte; denstrengen Altgläubigen war die Nachgiebigkeit ein Abfall vomwahren Glauben, den Glaubensneuerem eine Aufmunterungzu weiteren Forderungen und neuen Zugeständnissen. Sowar die Regierung in ein schwieriges Schaukelsystem derTransaction getreten, wo strenges Festhalten und besonnenesNachgeben an der Tagesordnung war, wo zwar der Ver-folgungssucht und dem Fanatismus die Spitze abgebrochen,aber auch dem Indifferentismus und Materialismus Thor undThür geöffnet ward. 2 ) Die nächste Folge dieser Zustände
i) Conspect. II. p. 210.
2 ) Act. fac. theol., Hb. IV., f. 49 ad a. 1684: „Tres medici antemortem suam declararunt, se nullius esse certae religionis, sed itamortui sunt, ut facilius gentiles quam christiani aestimari possint."Der Doctor Medicinae Lingelius verordnete in seinem Testament, dass erganz ohne kirchliche Ceremonien in seinem Garten begraben werdensollte, und fügte bei: „ibi se velle laetam cum beatis expectare resurrectio-nem." Act. fac. theol. 1. c. f. 51. Kink I. 1 S. 311. Ein kaiserliches Decretvom 11. März 1572 (Conspect. III. p. 20) musste förmlich Leichenbegäng-nisse mit Ausschliessung der Geistlichkeit und ihrer kirchlichen Gebräuche,wie auch Bestattungen an ungeweihten Orten vorbieten. Dessenunge-achtet richtete man sich von Seite der Universität nicht darnach. Schon