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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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des Kaisers mit seinem Sohne Maximilian, der als sein Nach-folger auf dem Kaiserthrone bereits zum römischen und un-garischen König gekrönt worden war und seit dieser Zeit,ungeachtet seiner früheren Hinneigung zum Protestantismus, 1 )

Theologie studirt und dann in Wittenberg mit Luther und Melanchthoninnige Freundschaft geschlossen hatte. In Königsberg erhielt er eineProfessur der Theologie. Nachdem er aber mit Oslander in heftige Streitig-keiten gerathen war, verliess er die Stelle und wandte sich von dem Pro-testantismus, dessen Spaltungen ihm sehr missfielen, ab und erklärte sichm Breslau (1553) wieder für den katholischen Glauben. Nicht langenachher berief ihn Kaiser Ferdinand I. nach Wien in seine Umgebung,ernannte ihn zum kaiserlichen Rath und bediente sich seiner Mitwirkungbei der Bekämpfung des Protestantismus in den österreichischen Ländern.Auch sollte er dem neuberufenen Jesuitenorden eine Stütze sein bei derFernhaltung protestantischer Elemente von der Universität. Es zeigtesich aber bald, dass er den Jesuiten nicht ganz und gar beistimmte, inmanchen Dingen ihren übertriebenen Eifer und ihre allzuschroffe Con-sequenz missbilligte. Es entsprach vollkommen Ferdinands Charakter undAnsichten, dem Käthe des Staphylus zu folgen, den er in den Adelstanderhob und vielfach auszeichnete. Obschon Staphylus nicht katholischerPriester, auch verheiratet war, wollte er ihn als seinen Abgeordneten nachTrient zum Concilium schicken, wovon aber Staphylus selbst entschiedenabrieth. Dagegen Hess er sich auf Reichstagen und bei Religionsgesprächenim kaiserlichen Interesse und für den katholischen Glauben bereitwilligverwenden, sowie auch in dem Versuche, Ferdinands Nachfolger Maxi-milian n. für den Katholicismus günstiger zu stimmen. Der bairischeHerzog Albrecht berief 1558 Staphylus als Professor der Theologie an dieUniversität Ingolstadt, wo er nach erfolgreichem Wirken und Reformirungdes Unterrichtswesens am 5. März 1564 aus dem Leben schied. Seine hinter-lassenen Schriften, wovon besonders sein im Auftrage Kaiser Ferdi-nands I. abgefasstes Gutachten „De instauranda in terris Austriacis re-ligione romano-catholica ad Aug. Imp. Ferdinand. I. conaultatio" hervor-zuheben ist (vgl. Kink I, > S. 301, Note 380), erschienen unter dem Titel:Friderici Staphyli, Caesarei quondam consiliarii, libri in causa religionissparsim editi, in unum volumen digesti. Ingoist. 1613 fol. Ueber Sta-phylus: Kaltenbäck, Oesterr. Zeitschrift III. S. 353 fll. und 379 fll.Bucholtz, Ferdinand I., Bd. VIII, S. 419, 447, 543, und Menzel, Neueredeutsche Geschichte, Bd. IV, S. 53 fl. Aschbach's Kirchenlexikon, Bd. IV,8. 943 fll., Art. Staphylus von Meuser. Maurenbrecher und Reimann inSybel's histor. Zeitschr., Bd. VII, XV und XXXII.

') Es ist hier nicht der Ort, über Maximilians II. Hinneigung zumProtestantismus und den von Pfauser auf ihn geübten Einfluss näher »u