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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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von Vorlesungen und von Ertheilung des theologischenDoctorgrades wurden zugelassen und auch vom Kaiser an-erkannt, doch die Stellung der Jesuiten zum Rector und Con-sistorium konnte vorerst nicht geregelt werden. Da bei dertheologischen Facultät Niemand mehr den Doctorgrad nahmund sie bei dem Mangel an Mitgliedern ausserhalb desJesuitenordens eingehen musste, so war der Kaiser eifrigstbemüht, Mittel aufzusuchen, diesem unhaltbaren Zustande ab-zuhelfen. Er forderte 1563, aber vergeblich, das Con-sistorium auf, anzugeben, wie dem Uebelstande abzuhelfensei. 1 ) Bei der Rectorswahl konnte auch nicht mehr in ge-setzlicher Weise vorgeschritten werden; von den Jesuiten,welche dazu hätten behilflich sein sollen, die Universität inihrem ganzen Umfange aufrecht zu erhalten, drohten zu-nächst neue Verlegenheiten zu kommen. 2 )

Es lag nicht im Charakter Ferdinands, die Dinge ge-waltsamerweise auf die Spitze zu treiben. Zudem bewirktenauch ruhigere Ratligeber in seiner Umgebung grössereMässigung, 3 ) vor allen Dingen aber das bessere Einvernehmen

entstanden viele Reibungen des Ordens mit der Wiener Hochschule.Vgl. Kink I.« S. 306, Note 391.

] ) Conspect. II. 213 ad a. 1563: „Aliud item Rectori magnif. et Con-sistorio anno hoc Caesaris nomine ab excelso regimine mandatum consigna-tum esse acta Univ. notant, ut viam nempe rationesque ineant, quifac. Theol. ad paueos jam redaeta et peno emortua, in in-tegrum quellt restitui. Id ut curaretur diligentius, rector cum Consistorionegotium Juridicae fac. decano Wolfg. Pudlero et M. Laur. Zadesio,art. doct. ac ad D. Steph. Canonico, detulerunt, qui si quid in dietae facul-tatis commodum exeogitassent, ad Consist. referrent." Bericht erfolgt p.215:„E clero enim tum paucissimi Viennae Theologicos Gradus ambiebant,quod Lutheri ex doctrina matrimonia potius sequerentur; quatuor autemReligiosis mendicantium ordinum e familiis, quibus ab Universitatis propeorigine jus ad facultatem theol. aspirandi fuit, pleriquo dilabebantur."

') Vgl. Bucholtz a. a. O. Bd. VIII, S. 224 f 1.

3 ) Unter diesen ragt hervor der Westphale Friedrich Staphylusaus Osnabrück, der bekannte frühere Anhänger Luther's, der in Krakauseine philosophischen Studien gemacht, auf italienischen Universitäten