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abgeschafft oder ihnen eine andere Verwendung gegeben undmissachtete die Privilegien und Immunitäten als nicht mehrden Zeitumständen angemessen. Die Universität sollte auchzu Kriegssteuern und städtischen Beiträgen herangezogenwerden. 1 )
Seit dem Jahre 1530 fristete die Universität kaum nochihre Existenz: sie schien ihrer vollständigen Auflösung nahe.Ferdinand erkannte dieses wohl und ernannte 5. Februar 1530eine aus dem Superintendenten und sechs Professoren be-stehende. Commission 2 ) zur Berathung und Begutachtung derzu treffenden Massregeln. Die Commission gab ganz richtigfolgende vier Ursachen des Verfalls an:
1. den Mangel an tüchtigen Professoren;
2. die schlechte Verwaltung der Stiftungen;
3. die Auflösung aller Disciplin in den Collegien undB arsen, und endlich
4. die beständigen Streitigkeiten mit dem Bischof undKanzler, wie auch mit dem städtischen Regiment.
') Besonders im Jahre 1528 zeigte sich Ferdinand thätig, die mate-riellen Interessen der Hochschule zu verbessern: er befiehlt (26. März1528) die Universitätsstipendien und Stiftungen in bessere Ordnung zubringen (Kink I. 2 p. 140). Wiederholte Anordnungen und Befehle erliesser in demselben Jahre (14. October); (Kink 1. c. p. 142) und im Jahre 1529(29. März) in ähnlicher Richtung (Kink p. 144). Rosas I. S. 181 spricht überbeabsichtigte Reformen in der medicinischen Facultät.
2 ) Die Commission bestand aus- dem Superintendenten Johann Pill-hamer, dem Rector Martin Kdlinger, den Räthen Leonhard Dobrohost undCaspar Ursinus und den juridischen Professoren Victor Gamp und AlexanderBrassicanus. Vgl. Conspect. II. p. 145 und Kink I. S. 256. Not. nach denUniv.-Acten.