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mit ihren Collegen Steinpeis und Cuspinian, die erst 1529starben, keineswegs verglichen werden können.
Auch die artistische Facultät befand sich im Zustandeder Zerrüttung und Auflösung. Diese, welche noch wenigeJahre zuvor über hundert Docenten gehabt und durch ihreberühmten humanistischen Professoren den Glanz der Hoch-schule vorzüglich verbreitet hatte, zählte nur noch wenigeMitglieder. Von den Namhafteren sind der Gräcist AndreasRitheimer und der Mathematiker Johann Voegele zu nennen.Die Meisten hatten sich der neuen Richtung zugewendet undWien verlassen; ein Theil hatte sich anderen Berufsgeschäftengewidmet; die, welche blieben, verheirateten sich meistensund konnten demnach eigentlich nicht mehr Collegiati oderMitglieder des halbclericalen Collegium archiducale sein unddie Vortheile der freien Station in dieser Anstalt geniessen.Dessenungeachtet hatten sich einige Docenten mit Weib undKind im Collegium niedergelassen, ohne sich um die frühereclericale Hauäordnung zu bekümmern.
Es stand in einer natürlichen Wechselwirkung mit demverminderten Professorenpersonal, dass auch die Frequenz derScholaren, die früher nach Tausenden zählte, von Jahr zuJahr abnahm und zuletzt nur noch einige Wenige immatri-culirt wurden. Noch im Sterbejahre Maximilians I., 1519,Hessen sich 661 Studenten neu einschreiben, in den folgen-den Jahren schon sank die Zahl auf die Hälfte, von 1526an erreichte sie nicht mehr hundert, von 1529 an blieb sieunter dreissig, im Jahre 1532 sank sie gar auf zwölf herab. 1 )Die Scholaren der rheinischen Nation, welche früher diezahlreichsten waren, blieben fast ganz. aus. Die Procura-toren hatten in manchem Semester auch nicht einen einzigenin ihr Album einzutragen. Es wurde daher auch die Ab-haltung der öffentlichen quodlibetanischen Disputationen,
') Nach den Univ.-Matrikeln und s. Eder, Catal. Roct.