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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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sprüche einer Uebergangszeit — alles das kommtzusammen, um ein ungemein lebendiges Bild sich be-kämpfender und durchkreuzender Strebungen undmannigfacher Lebensauffassungen zu schaffen.

War auch im Beginne der Thätigkeit Ferdinand I.ein fühlbarer Mangel an Lehrkräften und an genügendvorbereiteten Studirenden zu gewahren, so wurde demErsteren durch Berufungen aus dem Auslande abge-holfen, durch die „Reformation" von 1554 eine weitereStudienreform geschaffen. Eine grosse Anzahl jenerBerufungen war eine sehr glückliche. Gewiss, manwird jetzt noch Stolz über den glänzenden Kreisempfinden, der sich hier in unserm Wien zusammen-gefunden und namentlich unter Kaiser Maximilian ILaufzuleben begann.

Neben dem Botaniker Aicholz erscheinen dieMediciner Cornarius, Johann Schröter, die GebrüderBrassicanus, der Historiker Sambucus, der PhilologPolites, der Orientalist Widmanstad und die berühmtenNamen eines Cantiuneula, Gr. Tann er, Postell und vorAllen des grossen Clusius. 1 ) Für unser Vaterlandaber war es in Wahrheit ein Verhängniss, dass unterRudolf II. die Jesuiten so sehr die Oberhand ge-wannen, dass die Zierden des geistigen Lebens zur

') Es dürfte nicht ohne Interesse sein, zu beobachten, dasssich unter 50 Gelehrton (9 Theologen, 7 Juristen, 10 Medicinern,10 Philologen, 4 Mathematikern, 4 Orientalisten, 3 Historikern u. a.)2 Niederösterreicher, 2 Franken, 7 Sachsen, 10 Schwaben(1 Vorarlbergcr eingerechnet), SNicderländer, lMährer, 1 Böhme,2 Baiern, 1 Lothringer, 1 Schlesier, 1 Kärntner, 1 Krainer, 1 Stoirer,1 Kroat, 2 Ungarn, 3 Italiener, 4 Franzosen und 2 Juden befinden.