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Theil 2 (1751)
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474
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Herr Voyle ist gleicher Meinung. Er füget,Man hielte das Eis insgemein für Wasser,so durchdie Kälte in einen ausserordenttichen Zustand gekom,men; wann wir aber die Natur der Dinge betrach-teten , und unsere willkürliche Begriffe bey Seitesetzeten, so könnte man mit ebenso gutem Recht sa-gen , das Wasser sey Eis , so wider seine Naturdurch die Warme zergangen ft»e. Wollte maneinwenden, daß das Eis an und für sich selbst,wanndie Ursache des Gefrierens weg wäre, wieder zuWasser würde, so kan man antworten, daß, wannwir auch gleich des Schnees und Eises nicht geden-cken wollen , so den ganzen Sommer auf den Al-pen, und andern hohen Bergen, auch sogar in demhetssen iLrostrici), liegen bleibet; wir doch versichertworden seyen, daß in einigen Theilen von Sperrendie Oberfläche des Bodens das Jahr hindurch,we-gen des temperirten Clima, etliche Monate langergefroren bleibe, als von der Sonnenwärme auf-thaue, und daß das Wasser unter der Oberflächeder Erde, welches etwann in den Holen derselbenzu stehen kommet, das ganze Jahr hindurch Eisbleibe, so , daß wann in der Sommerrvarmc dieFelder mit Korn bedecket sind, doch allezeit, wannman drey oder vier Schuh tief gräbt,Eis und ein ge-frorner Boden angetroffen werde.

Doctor Voerhaave ist der Meinung, daß wannMan Wasser alleine und ganz rein erhalten könnte,solches alle Eigenschafften eines Elementes haben,und so einfach als das Feuer seyn würde;bishcr aberwäre noch kein Mittel ausfindig gemachet worden,dergleichen Wasser zu überkommen.

'Aas Regenwasser, so unter allen bekanntenWasser n das reinste zu seyn scheinet,ist voll von UN-zehlichen Dünsten aller Arten , die es aus der Lufftin sich Nimmt, so , daß wann man es auch noch soofft filtrirt und destilliret,doch allezeit eine Unreinig-keit zurückbleibet.

Was das von Dächern gesammelte Regenwas«fer anbelanget, so ist solches eine Lauge von Zie-geln, Schiefer und dergleichen, wozu auch etwasvom Mist der Thiere,Vögelte, den sie darauffal-len lassen, wie auch die Ausdünstungen vieler ande-rer Dinge kommen.

Was das Regenwasser betrifft, welches man inStädten sammelt, so mus solches vom Rauch vie-ler tausend Schorsteine, und den verschiedenen Aus-dünstungen vieler Menschen :c. angefüllet seyn;auchist noch überdieses in allem Wasser Feuer enthal-ten, welches aus seiner Flüssigkeit erhellet, dievom Feuer alleine herkommet.

Da alles was sich in der Lufft befindet, mit demWasser vermischet werden mus, so scheinet es un-möglich zu seyn , ein pures und reines Wasser zuerhalten. Wird selbiges durch Sand, oder durchPimsenstein, und andere dergleichen Körper gesei-get, so bleibt allezeit etwas Salziges darinnen,auchkan es durch die Destillation Nicht gereiniget wer-den, weil solche die Lufft darinnen lasst die voll Kör-perleitt aller Arten stecket.

Das reinste von allen Wassern so wir erhaltenkönnen, ist dasjenige, welches aus Schnee destilliretwird, den man in einer hellen, stillen, kalten Nacht,an einem hohen Ort sammelt, und da man nur denäussersten, an der Oberfläche liegenden Theil nimmt»Durch wiederholtes Destilliren kan die Erde nebstandern Unreinigkeiren grösstentheils davon abge-sondert werden, und dieses alleine müssen wir uns,reines Wasser zu nennen, begnügen lassen.

Herr Äoyle sagt zwar, daß einer seiner Freunde,der eine gewiss« Menge Wassers hundertmal de-

Mim , endlich sechs Zehendel von Erdeund hieraus folgert er, daß durch ferneres ^ ^liren > alles Wasser in Erde verwandelt .könnte- Alleine man hat auch zu bedencken,da>' ^Wasser in kein Gefäs gegossen werden köntt^ ^daß etwas Stand darunter kommen sollte,u.^keine Destillation geschehe, ohne daß es ekwas^dem Luto mitnehme; daher aber halt Doct^^-.xhaave dafür, daß ein so offt destillirres ' x.Von den in der Lufft Hangenden Staubiein,unl ^Gefasen die man dazu brauchet, neue Erde^-'ten könne. ^

Dieser Autor versichert uns ferner, daßer recht reines Wasser bey einem gelindenvier Monat lang, destilliret, solches volikommeu^zu seyn geschienen; nachdem er über dasselbe mu«'recht wohl verschlossenen Gefäs stehen lassen/ »'sich in solchem dennoch eine den Fäden derPsi'U'joder den Flocken eines Schleimes ähnliche^',,,riü. Unterdessen lesen wir doch, daßRirchers Museo Wasser gesehen,so in einew -^metisch versiegelten Glas bey fünfzig Jcchr ^aufbehalten worden, und doch beständig ^ ,^it/rein geblieben, auch immer gleich hoch gel"'"ohne daß man den geringsten Satz darinnen n? >genommen. ^ ^

Herr Boerhaave setzet hinzu, er ftye übeN^?es hätte kein Mensch jemals einen Tropffen^^,Wassers gesehen, und wann es Noch so re>l!so könne man nur sagen, es seye selbiges von^',oderjener Materie frey,und daß man es,zumpel, niemals von seinem Salz ganz könne lo^ .^chen; weil es allezeit Lufft bey sich hat, iN t^bestandig Salz befindlich. ^

Wasser scheinet überall ausgebreitet, undMaterie ist, auch zugegen zu seyn. IN der N ^Natur ist kein Körper, der nicht Wasser M ^sollte. Ja man behauptet so gar, daß cuw) ^Feuer nicht ohne Wasser sey. EiN einigerdes hitzigsten Salzes, welches in einem AuM".^eines Menschen Hand durchfrisst, ziehet sogle/^.ntHelffte ftiner Schwere von Wasser ein,und >cl)" ^auch in der allertrockensten Lufft. SoWeinsteinsalz, wann es beym heißesten FeuerWasser in sich , und wird dadurch in kurzerschwerer; und wann man an einem der tro»^> .j,Sommerläge ein zinnernes Gefäs mit Eis,nem unterirdischen Ort, in das wärmstebringt, so wird selbiges sogleich mit kleinensertropffen bedecket, die sich aus der Lufft sammund durch die Kälte des Eises verdicket werden-

Auch die trockenen Körper geben vielDoctor Voerhaave saget, wann das Vitno ^lange in hefftigem Feuer stehe, um, so viclalles Wasser von ihm abzusondern, so ziehe I»'hernach, wann es nur etliche Minuten st^'/'i-l,derum so viel Wasser in sich , daß es eben so"als anfangs von sich geben könne. .

Ferner saget er, daß Hirschhorn, welchesJahr aufbehalten worden, und so hart und nv ^als ein Metall gewesen, so, daß wann m""einen Feuerstein schlug, Futtcken daraus sp^.W,durch die Destillation in einem gläsernen ^ihm das Achtel seines Gewichts Wasser M.Er setzet binzu, ich weis daß Beine, dieZwanzig Jahr trocken gelegen , und daher ^als Eisen geworden, durch die Destillation Mte ihres Gewichtes Wasser gegeben, ja die M ^Steine zeigen allezeit, wann man sie zermaltindestilliret, einen Theil Wassers.