1116
Verbascum.
Mittel unter. Beim Arbeiten mit Nieswurzel ist jede Entwickelung von Staub zu ver-meiden, da derselbe zu heftigstem Niesen reizt. Das Pulver kauft man am besten vomDrogisten. Pul Vermischungen mit Rhiz. Veratri nehme man im Freien vor, besprengees zuvor mit Weingeist und schütze Nase und Mund durch ein feuchtes Tuch.
Anwendung findet innerlich kaum noch statt, da es durch Veratrin ersetzt wird;erzeugt leicht Erbrechen und heftigen Durchfall. Germ. I und Helv. II hatten als dosismaxima 0,3. Aeusserlich in Form der Tinktur bei Pityriasis versicolor, in Salbenfonngegen Krätze, als Bestandtlieil von Schnupfpulvern. Vielfach in der Thierheilkunde, z. B.als Brechmittel für Schweine, bei Staupe der Hunde. In der Homöopathie bei Choleraund Krämpfen. Höchstgaben für Thiere: bei Rindern 10—20 g, Schafen und Ziegen2—5 g, Hunden 0,01—0,03 g ( Feist).
In Deutschland dem freien Verkehr entzogen und nur gegen ärztliche oder thier-ärztliche Verordnung zu verabfolgen, ausgenommen zum äusserlichen Gebrauch für Thiere.Auch dürfte gegen die Abgabe der in manchen Gegenden noch gebräuchlichen Niese- oderPlusterbeutelchen, Rhizoma Veratri in saceulis, nichts einzuwenden sein.
f Tinctura Yeratrl acida. 10 Th. Nieswurz, 1 Th. Schwefelsäure, 100 Tb.Weingeist.
f Tinctura Veratri. Tinctura Hellebori albi. Nieswurzeltinktur. Tcintureou Alcoole d'hellebore blaue. Germ.: 1 Th. mittelfein geschnittene Nieswurzel, 10 Th.verdünnter Weingeist (60 proc.). — Gall.: 1 Th. grob gepulverte Wurzel, 5 Th. Wein-geist (80 proc.). Man beachte, dass die Tinktur der Gall. doppelt so stark ist, wie die derGerm.! Vorsichtig aufzubewahren. Innerlich zu 5—10 Tropfen als Fiebermittel.Höchstgaben für Thiere: Pferden 5,0—15,0; Rindern 10,0—20,0; Schafen und Ziegen2,0— 5 ,0; Hunden 0,01—0,03 ( Feist).
f Vinum Veratri. Aus 1 Th. Nieswurzel und 10 Th. Spanischem Wein.f Extractum Veratri viridis fluiduin (U-St.). Fluid Extract of Veratrumviride. Wie Extractum Gelsemii fluidum U-St. Bd. I, S. 1209. Höchstgabe 0,2,pro die 1 ,0.
f Tinctura Veratri viridis (U-St.). Aus 400 g gepulvertem Rhizom (Nr. 60) undq. s. Weingeist (91 proc.) stellt man im Verdrängungswege (zum Befeuchten 150 ccm)1000 ccm Tinktur her. Innerlich zu 5—10—25 Tropfen zur Herabsetzung des Fiebers.
Tet. Pulvis emeticus.
Aqua anteplielidica. Brechpulver.
Sommersprossenwasser. i,
Ep. Aquae Cinnamomi Up. Rhizomatis Veratri pulv. 1,0
Aquae Coloniensis ää 30,0 Tartari stibiati 0,05
Glycerini Sacchari albi 2,0.
Tincturae Veratri ää 20,0. Grösseren Schweinen auf einmal, kleineren die
Hälfte. Bei Bräune.
II.
Rp. Bhizomatis Veratri pulveratiSacchari albi ää 0,3.
Auf einmal. Bei Staupe der Hunde.
Sommersprossen- und Leberflecke-Mittel von Solbrio . Eine Tinktur aus Nies-wurz, Arnikawurzel, Bertramwurzel, Styrax Calam. mit Citronen- und Bergamottöl ( Bedall).
Verbascum.
Gattung der Scrophulariaceae — Pseudosolaneae — Verbasceae.
I. Verbascum Thapsus L. Heimisch in Europa und Centraiasien. Stengel auf-recht, bis 2 m hoch. Blätter länglich elliptisch, gekerbt, beiderseits wollig filzig, die un-teren in einen Stiel verschmälert, die mittleren und die oberen bis zum nächsten Blattherablaufend. Blumenkrone mittelgross, vertieft, die zwei längeren Staubfäden viermal solang als ihre kurz herablaufenden Staubbeutel. Narbe kopfförmig, nicht herablaufend. (Gall.).
II. Verbascum thapsiforme Schrad. Heimisch in Mitteleuropa. Blätter wie I,Blumenkronen doppelt so gross wie von I, flach, die zwei längeren Staubfäden l 1 / 2 —2 mal60 lang als ihre lang herablaufenden Staubbeutel. Narbe am Griffel herabiaufend(Germ. Helv.).