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Valeriana.
Wurzelstöcke, hergestellt; dagegen dürfte nichts einzuwenden sein, da die Species durchsolche Auslese nur gewinnen kann. Man bewahrt die ausgetrocknete Wurzel in dicht-schliessenden Blechgefässen, das Pulver in braunen Hafengläsern. Zum Abfassen sindBeutel aus Pergamentpapier zu empfehlen.
Anwendung. Die Baldrianwurzel wird zu 0,5—5,0 als Pulver, im Aufguss oderin der Tinktur als vorzügliches krampfstillendes, anregendes und wurmtreibendes Mittelviel gebraucht. Wegen ihrer Unschädlichkeit eignet sie sich auch zu längerem Gebrauchbei Hysterie, Migräne, Fallsucht und anderen Nervenleiden, doch stellen sich bisweilenschon nach Gaben von 5—10 g Erscheinungen wie Schwindel, Ohrensausen etc. ein.
Oleum Valerianae (Austr.). — Baldrianöl. — Essence de Valeriane. Oilof Valerian.
Gewinnung. Baldrianöl wird aus der trocknen Droge gewonnen. Die Ausbeutebeträgt 0,5—0,9 Proc. Die frische Wurzel riecht nur ganz schwach, denn das ätherischeOel bildet sich erst während des Trocknens durch die Einwirkung einer Oxydase.
Eigenschaften. Frisches Baldrianöl ist eine gelbliche bis hellbraune ziemlichdünne, nur schwach sauer reagirende Flüssigkeit von charakteristischem, aber nicht un-angenehmem Geruch. Altes Oel reagirt stark sauer, ist dunkelbraun, dickflüssig undriecht höchst unangenehm. Das spec. Gewicht schwankt zwischen 0,93 und 0,96 (ca.0,950 Austr.), der Drehungswinkel im 100 mm-Rohr zwischen —8 und —13°. Säure-zahl =20—50, Esterzahl = 80—100, Verseifungszahl = 100—150.
Bestandtlieile. Die den Geruch des Oeles am meisten beeinflussenden Bestand-teile sind Links-Borneol C 10 H l; OH, und dessen Ester der Ameisen-, Essig-,Butter- und Baldriansäure. Die niedrigsten Fraktionen enthalten Pinen, C 10 H 19 ,und Camphen, C 10 H 16 , die höheren einen wahrscheinlich mit Terpineol identischenAlkohol. Aus den zuletzt Ubergehenden Antheilen sind ein Sesquiterpen, C 16 H 24 , einSesquiterpen alkohol, C 15 H 26 0, sowie ein intensiv dunkelblau gefärbtes Oel isolirtworden.
Aqua seu Hydrolatum Valerianae. Baldrianwasser. Eau distillee de yale-riane. Ergänzb.: Aus 1 Th. Baldrianwurzel 10 Th. Destillat. — Gall.: Aus 1 Th.Wurzel 4 Th. Destillat. — Ex tempore: 2 Tropfen Baldrianöl, 100 g warmes Wasser;nach dem Erkalten filtriren.
Extractum Valerianae (alcoole parat um). Baldrianextract. Extrait devaleriane (alcoolique). Ergänzb. Aus mittelfein zerschnittener Wurzel wie ExtractumCoffeae Ergb. (Bd. I, S. 906). — Helv.: Aus gepulv. Wurzel (IV) wie Extr. Cascarill.Helv. (Bd. I, S. 670). — Gall.: Aus gepulv. Wurzel wie Extr. Digital, alc. Gall. (Bd. I,S. 1041, 2). Harzige Ausscheidungen während des Eindampfens löst man durch kleineMengen des abdestillirten Weingeists (den man am besten zur Tinktur verarbeitet). Dickesnach Gall. weiches, in Wasser trübe lösliches Extrakt. Ausbeute etwa 20 Proc. Gabe 0,5—1,0.
Extractum Valerianae fluiduin. Baldrianiluidextrakt. Fluid Extract ofValerian. U-St.: Aus gepulverter Wurzel (No. 60) wie Extractum Matico fluidum U-St.(S. 361). Man gebraucht 4000—4500 g Lösungsmittel. — Dresd. Vorschr.: Mittels60 proc. Weingeists ebenso.
Ptisana de radice Valerianae (Gall.). Tisane de valeriane. 10,0 Wurzel,1000,0 kochendes Wasser; nach 1 / t Stunde durchseihen.
Sirupus Valerianae. Baldriansirup. Sirop de valeriane. Gall.: 40,0 Baldrian-extrakt löst man in 1000,0 Baldrianwasser, filtrirt und bringt mit 1800,0 Zucker zumSirup. — Dresd. Vorschr.: 5 Th. Baldrian zieht man 2 Tage mit 5 Th. Weingeist und45 Th. Wasser aus und bereitet aus 40 Th. Filtrat und 60 Th. Zucker 100 Th. Sirup.
Tinctura Valerianae. Baldriantinktur. Baldrian- oder Krampftropfen.Teinture de valeriane. Tinctnre of Valerian. Germ.: Aus 1 Th. mittelfein zerschnit-tenem Baldrian und 5 Th. verdünntem Weingeist (60proc.) durch 7tägige Maceration.Austr.: Durch 3tägige Digestion ebenso. — Helv.: Aus 20 Th. Wurzel (V) und q. s. verdünnt.Weingeist (62 proc.) im Verdrängungswege (zum Befeuchten 8 Th.) 100 Th. Tinktur. — U-St.:Aus 200 g Baldrian (No. 60) und q. s. einer Mischung aus 750 ccm 91 proc. Weingeist und250 ccm Wasser durch Perkolation (zum Befeuchten 100 ccm) 1000 ccm Tinktur. — Gall.:Aus 1 Th. grob gepulverter Wurzel und 5 Th. 60 proc. Weingeist durch lOtägiges Aus-ziehen. — Pfarrer Kneipp's Baldriantinktur wird aus frischer Wurzel wie Tinct.Thujae (S. 1046) dargestellt. Röthlichbraun. Innerlich zu 1—3 g.
Tinctura Valerianae aetlierea, Tinctura anodyna seu antispasmodica Lentini.Aetherische Baldriantinktur. Etherole ou Teinture etheree de valeriane. Etliereal