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Valeriana.
Blüthentrauben gedrängt. Blumenkrone weiss, rosa überlaufen. Staubfäden am Randebehaart. Man verwendet:
a) die Früchte:
Fructus Yitis Idaeae. Baccae Yitis Idaeae — Preisseibeeren. Kronsbeeren.Steinbeeren. — Airelle rouge.
Bestandtheile nach König . Wasser 89,59 Proc., Stickstoffsubstanz 0,12 Proc.,freie Säure 2,34 Proc., Zucker 1 ,53 Proc., sonstige stickstofffreie BestandtheileHolzfaser etc. 6,27 ^roc., Asche 0,15 Proc.
Die Säure ist vorwiegend Aepfelsäure, ferner Citronensäure und wenigBenzoesäure. Die unreifen Früchte enthalten neben Invertzucker Bohrzucker,später nur letzteren.
Verwechslung. Die Früchte sollen mit denen der Vogelbeere, Sorbus aueu-paria L. (Band II, S. 900) vermengt werden.
Man sammelt die reifen Früchte von September bis November und verwendet sie inbekannter Weise zum Einmachen und zur Saftbereitung.
b) Die Blätter:
Folia Yitis Idaeae. — Preisselbeerblätter. Kronsbeerenblätter.
Die früher officinellen Blätter werden neuerdings gegen Rheuma und Gicht an-gewendet; eine empfehlenswerthe Form ist das Dialysatum Vaccinii Vitis Idaeae,das zu 30 Tropfen 3mal täglich genommen wird. Sie sind als Verfälschung der FoliaSennae vorgekommen.
Steinbeerwasser ist ein Branntwein aus III a.
IV. Vaccinium Arctostaphylos, vcrgi. Band n s. 1038.
Valeriana.
Gattung der Yalerianaceae.
I. Valeriana officinalis L. Heimisch in Europa und Asien, häufig kultivirt.Perennirend mit aufrechtem, gefurchtem, bis 1,5 m hohem Stengel. Die grundständigenBlätter sind gestielt, ihre Spreite ist unpaarig fiedertheilig mit eiförmigen, eingeschnittengezähnten Fiedern. Die Stengelblättcr sind sitzend, sie haben schmal linealische, ganz-randige Fiedern. Blüthenstand eine doldig erscheinende Bispe. Krone weiss oder rosa,vorn ausgesackt, 5spaltig. Drei Staubblätter. Frucht mit trichterig-membranösem,5—15strahligem Pappus. Verwendung findet das Bhizom mit den Wurzeln:
Radix Yalerianae (Austr. Germ. Helv.). Valerianae Rhizoma (Brit.). Valeriana(U-St.). Rad. Valerianae niinoris s. niontanae s. silvestris. — Baldrian. Baldrian-wurzel. Katzenwurzel. — Souche de valeriane officinale (Gall.). Racine de vale-riane. — Valerian. Valerian Root. Valerian Rhizome.
Beschreibung. Die Droge besteht aus dem kurzen, knolligen Rhizom, das meistdeutlich von den Narben der Blattstiele geringelt ist, und Ausläufern, die sich am Endeebenfalls knollig verdicken. Das Rhizom ist im Längsschnitt gekammert. Von demselbenund den an den Ausläufern befindlichen Knollen gehen reichlich Wurzeln ab. In denKulturen geschieht die Vermehrung der Pflanze durch die Tochterknollen. Farbe braunoder graubraun.
Die Rhizome haben ein grosses Mark, dessen Zellen reichlich bis 8 fi grosse Stärke-körnchen enthalten. In älteren Knollen sind zahlreiche Zellen zu Steinzellen umgewandelt,die in Gruppen zusammenliegen. Das Parenchym ist häufig streckenweis geschwundenoder zerrissen. Um das Mark ein (selten zwei) Kreise von Gefässbündeln. Dem Phloemsind zuweilen Kollenchymsicheln vorgelagert. Ausserhalb der Bündel verläuft die Endo-dermis aus verkorkten Zellen. Zu äusserst liegt ein dünner Kork. Die Elemente derBündel sind meist ausserordentlich verbogen und von unregelmässigem Verlauf.