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Urtica.
Boa's Besorcin-Reagens. Resorcin 5,0, Rohrzucker 3,0, Spiritus dilutus 92,0.
In der Praxis prüft man stets zuerst mit Congopapier; zeigt dieses Salzsäure an, sostellt man weiter die Tropäolin- und Phloroglucin-Vanillinprobe an. Fallen alle dieseProben dagegen negativ aus, so ist auf Abwesenheit freier Salzsäure zu schliessen.
Quantitative Bestimmung der Salzsäure im Magensaft. Die Bestimmungder wirklich freien Salzsäure ist schwierig und ist überhaupt nicht genau auszuführen.Deshalb muss man in der Regel sich darauf beschränken, die Menge der Gesammt-Säureder Salzsäure festzustellen, d. h. die Menge der völlig freien und der an Eiweiss gebun-denen Salzsäure.
a) Man digerirt eine gewogene Menge des Magensaftes mehrere Stunden bei 40 big50° C. mit einem Ueberschuss von frisch gefälltem und durch Auswaschen völlig chlor-freiem Chininhydrat, verdampft die Mischung zur Trockne und zieht das gebildete Chinin-hydrochlorid aus dem Trockenrückstand durch Chloroform in der Wärme aus. NachAbdestilliren des Chloroforms wird in dem verbleibenden Rückstände das Chlor gewichts-analytisch oder maassanalytisch bestimmt und als Salzsäure umgerechnet. — Nach Moernerund Sjoequist . Man fügt zu 10 ccm des filtrirten Magensaftes eine Messerspitze reinesChlorfreies Baryumcarbonat, dampft zur Trockne, erhitzt bis zum Verkohlen und zieht denkohligen Rückstand mit heissem Wasser aus. Man bestimmt im Filtrate die Menge dergelösten Baryumsalze als Baryumsulfat und rechnet dieses auf Chlorwasserstoff umBaS0 4 x 0,3133 = HCl.
Nachweis von Milchsäure. Da viele Nahrungsmittel Milchsäure enthalten, soist als Probemahlzeit milchsäurefreies Material zu reichen, z. B. K norr'sc I ics Hafermehl.
1) Eisenchloridprobe. Eine verdünnte, fast farblose Lösung von Eisenchloridwird auf Zusatz von Milchsäure zeisiggelb. Verdünnte Salzsäure, Buttersäure, Essigsäurebewirken keine Färbung. Als Reagens benutzt man eine Mischung von 2—5 gtt. der offic.Eisenchloridlösung und 50 ccm Wasser.
2) Uffelmann's Probe. Man mischt 10 ccm einer 4procentigen Karbolsäurelösungmit 20 ccm Wasser und setzt wenige Tropfen verdünnte Eisenchloridlösung hinzu. Dieamethystblaue Farbe dieser Lösung wird schon durch geringe Mengen Milchsäure in Zeisig-oder Kanariengelb verwandelt. (Das Reagens ist jedesmal frisch zu bereiten!)
Nachweis von Buttersäure und Essigsäure. Die Gegenwart beider Säurenlässt sich meist schon durch den Geruch erkennen.
Man schüttelt den nicht filtrirten Magensaft wiederholt mit säurefreiem Aether ausund lässt den Aether abdunsten. Ein hinterbleibender Rückstand wird auf zwei Uhr-gläser vertheilt:
1) Essigsäure. Der mit Natriumkarbonat neutralisirte Rückstand: giebt a) mitstark verdünntem Eisenchlorid Rothfärbung. Oder ß) beim Erwärmen mit konc. Schwefel-säure und etwas Alkohol = Geruch nach Essigäther.
2) Buttersäure. Der Rückstand wird mit wenigen Tropfen Wasser aufgenommen.Zu der klaren Lösung fügt man einige Krystalle von Calciumchlorid. Ausscheidung öligerTropfen von charakteristischem Gerüche zeigt Buttersäure an.
Nachweis von Pepsin. Man bringt in 10—15 ccm des filtrirten Magensaftesein Scheibchen hartgesottenes Hühnereiweiss, von 10 mm Durchmesser, und 1,5 mm Dicke,sowie 2 Tropfen ofticineller Salzsäure und lässt die Mischung bei 35—40° C. stehen. BeiAnwesenheit von Pepsin ist das Scheibchen nach 1—2 Stunden gelöst, bei Krebs etc. bleibtdie Auflösung noch nach 12—24 Stunden aus.
Nachweis von Labferment. Man bringt zu 10 ccm frischgemolkener Milch5 Tropfen filtrirten Magensaft und stellt die Mischung in den Brutschrank (35—40° C.).Erfolgt nach 10—15 Minuten Gerinnung, so ist die Anwesenheit von Labferment erwiesen.
Urtica.
Gattung der UrAicaceae — Urereae.
I. Urtica urens L. In den gemässigten Regionen beider Hemisphären. Ein-jährig. Stengel ästig, Blätter eiförmig oder elliptisch, spitz, eingeschnitten gesägt, derEndzahn meist länger als die seitlichen. Blüthenstand trugdoldig, männliche und weib-liche Blüthen tragend. Mit Brennhaaren. Verwendung findet das Kraut:
Herba Urticae. Herba Urtica urentis. Herba Urticae majoris. — Brenn-Nessel. — Ortie. — Nettle.