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2 (1907)
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Trochisci.

starrt, an der Luft jedoch rasch wieder zerfliesst. Von Wasserund von Alkohol wird es in jedem Verhältnisse gelöst, weniglöslich ist es in Chloroform, unlöslich in Aether. Starke Base,welche mit Mineralsäuren neutral reagirende, zerfliessliche Salzegiebt. Wird das festgewordene Muscarin erhitzt, so schmilztes zunächst; bei 80° C. bräunt es sich, über 100° C. wird es wieder fest, schliesslich zer-setzt es sich bei höherer Temperatur unter Entwickelung eines tabakähnlichen Geruches.Beim Erhitzen mit feuchtem Aetzkali odei mit Bleioxyd entwickelt Muscarin Trimethylamin.

Physiologisches. Muscarin ist ein starkes Gift. Beim Menschen erzeugen0,003—0,005 g subkutan nach 2—3 Minuten Speichelfluss, Erhöhung der Pulsfrequenz,Leibschmerzen, gestörtes Sehvermögen, starken Schweiss. Lokal auf das Auge gebrachtoder innerlich genommen, erzeugt es Accomodationskrampf, der sich als Kurzsichtigkeitäussert. Gegengift gegen Muscarin ist Atropin, aber umgekehrt kann Muscarin als Gegen-gift gegen Atropin nicht verwendet werden. — Der Fliegen tödtende Bestandtheil desFliegenschwammes ist Muscarin nicht; dieser ist bisher überhaupt nicht bekannt. Die ausdem Fliegenpilz gleichfalls abgeschiedene, als Ammanitin bezeichnete Base scheint mitCholin identisch zu sein.

ff Pseudomuscarin C 6 H, 5 N0 3 . Wird durch Oxydation des Cholins mittels Sal-petersäure dargestellt und ist chemisch mit dem Pilz-Muscarin identisch. Physiologischaber bestehen Unterschiede in der Wirkung zwischen beiden Substanzen. Das Pseudo-Muscarin besitzt neben der Muscarinwirkung auf das Froschherz noch eine ausgesprochenelähmende Wirkung auf die peripherischen Nervenendigungen.

Trochisci.

Trochisci (Austr. U-St.). Trochiscus (Brit.). Pastilli (Germ. Helv.). Tablettes.Pastille» (Gall.). Zeltchen. Plätzchen. Täfelchen. Pastillen. Trochisken. LozengesTroches (engl.).

In den Bezeichnungen „Trochisci, Pastilli, Tablettae, Tabulae" ist eineziemliche Verwirrung eingerissen, so dass zur Zeit die eben angeführten Namen als syn-onym angesehen werden kijnnen. Die Bereitung dieser Arzneiform erfolgt nach mehrerenVerfahren:

1) Pastillen oder Trochisken aus Pillenmassen. Man stösst aus den vor-geschriebenen Arzneisubstanzen, meist unter Zuhilfenahme von Süssholzpulver und Süss-holzsaft, eine Pillenmasse an, rollt diese wie üblich zu einem Pillenstrange aus und theiltdiesen auf der Pillenmaschine in einzelne Pillen von etwa 0,2—0,3 g Gewicht. Die Pillenwerden wie üblich fertig gemacht und schliesslich mittels eines Stempels flach gedrückt.Als Stempel benutzt man einen verzierten Metallstempel, in Ermangelung desselben wirdauch ein eingekerbter Kork benutzt. Die Pastillen sehen wenig einladend aus und ge-hören einer vergangenen Periode an.

2) Leicht zerreibliche Pastillen mit Grundlage von Zucker. DiesePastillen sind leicht zerkaubar und werden von denjenigen Arzneibedürftigen bevorzugt,welche häufiger Pastillen zu nehmen pflegen und daher ein gewisses Urtheil über die-selben besitzen.

Man stellt sie her, indem man die Arzneisubstanz mit feinem Zuckerpulvermischt, die Mischung mit ca. 68volumprocentigem Weingeist zu einem grade etwas feuchtenPulver anreibt und dieses mittels eines Pastillenstechers zu Pastillen komprimirt. Wennman das Pulver nicht zu stark anfeuchtet, so lassen sich die Pastillen von dem Pastillen-stecher leicht ablösen. Glaubt man den Pastillenstempel mit einem Pulver einstäuben zumüssen, damit sich die Pastillen leicht ablösen lassen, so benutzt man dazu ein Gemischfeinster Kartoffelstärke und feinsten Puderzuckers. — Die fertigen Pastillen setzt man aufein Stück sauberes Papier, lässt sie einige Stunden an der Luft austrocknen und bringt

/H

CH 3 . . CEL — CV

CH^N^

CH 3 ^ ^ OH

Muscarin.