Fig. 167. Standgefäss für Terpentin.
lackirtem Weissblech, die mit Handhabe, Klappdeckel und darin bleibendem Eisenspatolversehen ist. Sehr zweckmässig ist der von M uleinger empfohlene Terpentintopf, der vonW. Wekderoth in Berlin in den Handel gebracht wird (Fig. 167). Die Gefässe sindgut verschlossen zu halten, um ein Verdunsten des flüchtigen Oeles zu verhüten.
Den venetianischen Terpentin bewahrt man in Deckelkruken aus Porcellan auf,deren oberer Band stets sauber gehalten werden muss, denn der Terpentin wirkt beimEintrocknen wie ein Kitt.
Anwendung. Der gemeine Terpentin findet nur äusserlich, als Bestandtheil vonPflastern und Salben, seltner unvermischt Anwendung. Er wirkt hautreizend und ist mit einigerVorsicht zu benutzen, da bei manchen Personen schon durch terpentinhaltige Pflaster lästigeHautausschläge hervorgerufen werden. Man reinigt ihn, falls er für pharmaceutische Zweckenicht genügend rein ist, durch Schmelzen bei gelinder Wärme, Absetzenlassen und Durch-seihen. (Terebinthina expurgata Gall.).
Innerlich gab man ihn, zu0,3—1,0 in Emulsion oder Pillen(mit 1 / 6 Wachs) gegen veralteteHautleiden, Katarrhe etc., wofürman jetzt das rektificirte Terpen-tinöl nimmt. Wird Terpentin zuminnerlichen Gebrauch vom Arzteverordnet, so ist stets Terebin-thina Veneta zu verabfolgen.Ebenso wird zu Lacken und Firnis-sen, bei denen Terpentin ein regel-mässiger Bestandtheil ist, immer dervenetianische verwendet.
Von don übrigen officinellenTerpentinen hat der Canadabal-. sam eine besondere Bedeutung (s.(J Bd. I, S. 443). Für mikroskopischeZwecke sind die Gefässe Fig. 168besonders geeignet.
Verarbeitung der Ter-pentine. Durch Destillation mitWasserdämpfen oder nach Ver-mischen des Terpentins mit Wasser oder durch direkte Destillation ohne Wasserzusatz ge-winnt man das ätherische Oel.
Oleum Terebinthinae (Germ. Austr. Brit. Helv. U-St.). Terpentinöl. Essence(le Terebenthine. Oil (Spirit) of Tnrpentine.
Fig. 168. MEYER'sches Glas für Canadabalsam.
Terebinthina.