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2 (1907)
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Sulfur.

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welchem das auftretende Schwefelwasserstoffgas nicht gar zu lästig fällt, desgleichen hatder Arbeitende Sorge dafür zu tragen, dass er nicht unnöthig viel von dem giftigen Gaseeinathme. Nimmt er also die Fällung im Freien vor, so stelle er sich so, dass er denWind im Kücken hat. Ferner muss man die Salzsäure unter Umrühren in die Polysulfid-lauge giessen (nicht umgekehrt die Lauge in die Salzsäure) und zwar verfährt man zweck-mässig so, dass man die Salzsäure durch ein dünnes Glasrohr (mittels Hebers) zu der Laugehinzufliessen lässt, so dass man nur für das Umrühren zu sorgen hat. — Endlich hat manden Salzsäurezusatz so zu leiten, dass die Flüssigkeit zu Ende der Fällung entweder nochalkalisch reagirt oder neutral ist.

Würde man so viel Salzsäure zufügen, dass die Flüssigkeit sauer reagirt (gegenMethylorange), so würde auch das in der Lauge anwesende Calciumthiosulfat zersetztwerden. Dasselbe würde unter Bildung von Calciumchlorid in Schwefel und Schweflig-säureanhydrid zerfallen:

CaSgO, -f 2 HCl = CaCL + H ä O + S -f S0 3

Calciumthio- Salzsäure Calciumchlorid Schwefligsäure-

sulfat anhydrid.

Das Schwefligsäureanhydrid aber würde sich mit dem gleichzeitig auftretendenSchwefelwasserstoff zu Schwefel und Wasser umsetzen:

S0 2 + 2H 2 S = 2H 2 0 -f- 3S.

Schwefligsäure- Schwefel-

anhydrid Wasserstoff.

Hierdurch würde allerdings die Schwefelausbeute vermehrt; allein der bei diesenbeiden letzten Reaktionen ausgeschiedene Schwefel ist zähe und kompakt und würde dahereine Verunreinigung des gefällten Schwefels bedeuten. Aus diesem Grunde ist die Fällungso zu leiten, dass nur das Calciumpentasulfid zerlegt wird.

In der Praxis verfährt man so, dass man die als wesentlichen Bestandtheil Calcium-polysulfid enthaltende rothbraune Lösung unter Umrühren so lange mit der wie oben an-gegeben verdünnten Salzsäure versetzt, bis die über dem ausgeschiedenen Schwefel stehendeFlüssigkeit noch hellgelb gefärbt erscheint. Eine abflltrirte Probe der Flüssigkeit zeigtstark alkalische Reaktion und giebt auf Zusatz von Säure noch Schwefelausscheidung. Indiesem Stadium der Fällung ist noch alles Calciumthiosulfat unzersetzt. Die Lösung ent-hält ausserdem Calciumsulfhydrat (welches alkalisch reagirt) und etwas unzersetztes Calcium-pentasulfid, welches übrigens etwa vorhandenes Arsen in Lösung hält. Die Reaktiongegen Lackmuspapier bietet bei der Beurtheilung des Standes der Fällung keinen be-sonderen Anhalt, da sowohl Calciumpentasulfid als Calciumsulfhydrat alkalisch reagiren.Das Hauptgewicht ist eben auf den Farbenumschlag zu legen, da nur die Lösungen derPolysulfide des Calciums gelb gefärbt sind, während die Lösung des Calciumsulfhydratesungefärbt ist.

Eigenschaften. Der gefällte Schwefel ist höchst fein vertheilter Schwefelvon gelblichweisser, schwach ins Graue spielender Farbe, ohne Geschmack und fast ge-ruchlos. Beim Drücken zwischen den Fingern knirscht er, abweichend von dem subli-mirten Schwefel, nicht. Gut ausgetrocknet, verändert er sich bei sorgfältiger Aufbewahrungkaum; erst nach längerer Zeit nimmt er saure Reaktion und schwachen Geruch an. Ent-hält er aber Feuchtigkeit, so treten diese Veränderungen sehr viel früher ein. — BeimErhitzen schmilzt er zu gewöhnlichem Schwefel; bei stärkerem Erhitzen verflüchtigt ersich, an der Luft verbrennt er zu Schwefligsäureanhydrid unter Hinterlassung höchstenseiner Spur feuerbeständigen Rückstandes (Calciumoxyd).

In Schwefelkohlenstoff ist der gefällte Schwefel leichter und vollständiger löslichals der sublimirte oder der gereinigte Schwefel.

Prüfung • Ist der präcipitirte Schwefel nach vorstehender Vorschrift dargestellt,so kann er Arsen nicht enthalten. Man prüft ihn in der nämlichen Weise, wie bei Sulfurdepuratuin angegeben. Ausserdem ist noch auf folgende Punkte zu achten: 1) Zieht mau1 g des präcipitirten Schwefels mit einer Mischung von 2 ccm Salzsäure (25 Proc.) in 18 ccin