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2 (1907)
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735
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Rheum.

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Zerkleinerungsformen. Als solche kommen nach den Vorschriften der Arznei-bücher in Betracht: die grobe, mittelfeine und feine Speciesform, grobes undsehr feines Pulver und die von Germ, vorgesehenen Scheiben. Man stellt diese letzterenin einer Dicke von 34 mm mittels eines scharfen Wurzelschneidemcssers oder einerkleinen Kreissäge her. Die Scheiben wie die Speciesformen müssen zur Erzielung klarerAuszüge sorgfältig von dem beim Schneiden entstandenen feinen Pulver durch Absiebenbefreit werden. Eine im Handverkaufe sehr beliebte Schnittform sind die Würfel, Rhi-zoma Rhei in cubulis, welche aus der besten Handelssorte durch Sägen gewonnenwerden. Das Gleiche gilt für die Rhabarberkugeln.

Man zerschneidet die zum Pulvern bestimmten Stücke in Scheiben, entfernt dabeimissfarbige Theile, die sich an den mit Bohrlöchern versehenen Stücken gewöhnlich vor-finden, trocknet bei höchstens 40° 0., treibt durch ein feines Florsieb (VI Germ. VII Helv.)und mischt das fertige Pulver gleichmässig durch. Mörser und Sieb hält man natürlichbedeckt trotzdem ergiebt sich beim Pulvern ein Verlust von 57 Proc.

Aufbewahrung. Man bewahrt die Schnittformen des Rhabarbers in Blech-gefässen, das Pulver, welches leicht Feuchtigkeit anzieht und sich dabei dunkler färbt, indicht verschlossenen Hafengläsern auf; man schütze es vor Licht, besonders aber vorAmmoniakdämpfen.

Anwendung. Rhabarber regt in kleineren Gaben die Esslnst an, wirkt magen-stärkend und stopfend, bei wiederholter Anwendung oder in grösseren Gaben dagegen ab-führend, ohne lästige Nebenerscheinungen hervorzurufen; er wird daher auch bei Kindernund schwächlichen Personen mit Vorliebe gebraucht. Man giebt ihn zu 0,20,5 gmehrmals täglich zur Beförderung der Verdauung, bei veraltetem Darm- und Magen-katarrh, Leber- und Milzleiden u. dergl., als Abführmittel zu 124 g in Pulvern, Pillen,Tabletten, Pastillen, Gallertkapseln, Aufgüssen oder Auszügen (Abkochungen sind ganzunzweckmässig); zur Verbesserung des Geschmackes dienen Zusätze von Cardamomen,Zimmt, Ingwer, Pfefferminzölzucker. Die abführende Wirkung unterstützt man in Pilleudurch Sapo medicatus, in Aufgüssen, bei deren Bereitung nur ein Durchseihen oderhöchstens ein ganz gelindes Auspressen angewendet werden darf, durch Natriumsulfat,Tartarus natronatus, seltener durch Mineralsäuren, da diese Umsetzungen hervorrufen(Schütteltrank!). Metallsalze oder Alaun und Rhabarber gehören zu den unverträglichenArzneimischungen. Abgetheilte Rhabarberpulver sind in Kapseln aus Ceresinpapier, Pulver-mischungen mit Rhabarber am besten in Stöpselgläsern abzugeben. Vorräthig zu haltendeRhabarberpillen pflegt man mit Gelatine zu überziehen.

Rhabarber ist in Deutschland dem freien Verkehr entzogen.

Extractum Rliei. Rhabarberextrakt. Extrait de rliubarbe. Extract of Rliu-

barb. Germ. Helv.: 2 Th. grob zerschnittener (Helv. III) Rhabarber werden mit 4 Th.Weingeist und6 Th. Wasser, dann 2 Th. Weingeist und 3 Th. Wasser je 24 Stunden ausgezogen,die Pressflüssigkeiten filtrirt und zur Trockne eingedampft. Austr.: Man verfährt wiebei Extract. Centaur. min. Austr. (Bd. I, S. 684), verdampft aber zur Trockne. Brit.:Rhabarberpulver (No. 20) erschöpft man mit Weingeist (60vol.-proc.). im Verdrängungs-wege und verdampft den Auszug zur Trockne. U-St.: Aus 1000 g gepulv. Rhabarber(No. 30) und einer Mischung aus 800 ccm Weingeist (91 proc.) und 200 ccm Wasser imVerdrängungswege. Man befeuchtet mit 400 ccm, fängt die ersten 1000 ccm Perkolat fürsich auf und lässt bei gelinder Wärme auf 500'ccm eindampfen, erschöpft vollständig,verdampft den zweiten Auszug zum Sirup, vereinigt mit dem ersten und dampft bei höch-stens 70° O. zur Pillenkonsistenz ein. Gall.: Ebenso wie Extr. Gentianae Gall. (Bd. I,S. 1213). Ausbeute je nach der verwendeten Wurzel 4050 Proc. beim Macerations-verfahren; die Perkolation ist hier weniger zu empfehlen. Man bewahrt das trockeneExtrakt (Germ. Helv. Austr. Brit.) am besten grob zerstossen in kleineren Hafengläsernmit Korkverschluss über Aetzkalk auf; an feuchter Luft fliesst es zusammen und ist dannnur mit Gefahr für die Standgefässe diesen zu entnehmen. In Gaben von 0,10,5; alsAbführmittel 0,51,0; gewöhnlich in Pillen.

Extractum Rhei fluiduw (U-St.). Fluid Extract of Rhubarb. Ebenso wieExtractum Rhei U-St., doch fängt man hier die ersten 750 ccm Perkolat für sich aufund stellt 1. a. 1000 ccm Fluidextrakt her.

Sirupus Rhei. Rhabarbersirup. Sirop de rliubarbe. Sirup of Rhubarb.Germ.: 10 Th. Rhabarber in Scheiben, 1 Th. Kaliumkarbonat, 1 Th. Borax zieht man12 Stunden mit 80 Th. Wasser aus, drückt gelinde aus, kocht auf, lässt erkalten und filtrirt;aus 60 Th. Filtrat, 20 Th. Zimmtwasser und 120 Th. Zucker bereitet man 200 Th. Sirup