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2 (1907)
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724
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Resorcinum.

Eigenschaften. Das reine Eesorein bildet farblose, tafel- oder säulenförmigeKrystalle von kaum merklichem (urinösem) Geruch und unangenehm süsslich kratzendemGeschmack. Bs löst sich in etwa 1 Th. Wasser zu einer farblosen, gegen Lackmusneutralen Flüssigkeit, es löst sich ferner in ca. 0,7 Th. Weingeist, ebenso in Aetber undin Glycerin, dagegen ist es nur schwer, bezw. sehr schwer löslieh in Chloroform, Schwefel-kohlenstoff, Benzin, Benzol. Es schmilzt in reinem Zustande bei 118° C., siedet bei 276° C.,verflüchtigt sich jedoch schon bei niedrigerer Temperatur ziemlich erheblich und ver-brennt, entzündet, leicht und ohne einen Rückstand zu hinterlassen. Der Schmelzpunktwird von den Pharmakopoen wie folgt angegeben: 110111° C. (Austr. Germ. Helv.),110-119° C. (Gall. U-St.).

Das Resorcin ist eine Substanz, welche ausserordentlich zur Farbstoffbildung neigt,weshalb man ohne Schwierigkeiten einige Dutzend Farbreaktionen für dasselbe aufstellenkönnte. Ausserdem ist beachtenswerth, dass alle alkalischen Resorcinlösungen (vergl. auchPyrogallol) Sauerstoff mit Leichtigkeit z. B. aus der Luft aufnehmen, wobei sie ver-schiedene Färbungen annehmen. Ammoniakalische Silbernitratlösung wird durch Resorcinbald reducirt, in der Regel unter hübscher Spiegelbildung. Die wässerige Lösung desResorcins wird durch neutrales Bleiacetat nicht, dagegen durch Bleiessig weiss gefällt (Brenz-katechin wird von neutralem Bleiacetat gefällt). Durch Eisenchloridlösung wird siedunkelviolett und blau gefärbt. Durch Bromwasser entsteht eine Abscheidung nadei-förmiger Krystalle von Tribromresorcin C 6 HBr 3 (OH) 2 .

Erhitzt man 0,1 g Resorcin und 0,1 g Zucker mit koncentrirter Salzsäure, so erhältman eine hübsche rothe Färbung, welche durch Verdünnen mit Wasser blasser wird unddurch Natronlauge in Gelb umschlägt. Erhitzt man 0,05 g Resorcin mit 0,1 g Wein-säure und 10 Tropfen Schwefelsäure vorsichtig bis zur beginnenden Gasentwicklung, soerhält man eine karminrothe dickliche Flüssigkeit, welche auf Zusatz von Wasser sich indiesem zu einer gelblichen Flüssigkeit löst und nach Uebersättigung mit Natronlauge grünfluorescirt. Beim Erhitzen mit Chloralhydrat und etwas Chlorzink erhält man eine ähn-liche rothe Masse. Schmilzt man Resorcin mit Natriumnitrit vorsichtig zusammen,so erhält man eine dunkle Schmelze Lacmoid, welche sich mit blauer Färbung inWasser löst und mit Säuren und Alkalien die gleichen Farbenwandlungen wie Lack-mus zeigt.

Num Nachweis sehr kleiner Mengen Resorcin fügt man zu den ätherischen Lösungeneinige Tropfen einer mit Salpetrigsäure gesättigten Salpetersäure. Nach 24 Stunden sam-melt man das ausgeschiedene Diazoresorcin, welches sich in wässerigein Ammoniak mitblauer Farbe löst.

Prüfung. Für die Reinheit des Resorcins ist folgendes maassgebend: Es sei un-gefärbt und schmelze bei etwa 118° C. Die wässerige Lösung 1 = 2 sei farblos, rötheblaues Lackmuspapier nur sehr schwach und entwickele beim Erwärmen keinen Phenol-geruch. Die Arzneibücher fordern, da sie eine schwache Färbung des Präparates, sowie denSchmelzpunkt 110111°C. zulassen, kein ganz reines Resorcin, andererseits stellen sie diekaum zu befriedigende Forderung, dass die wässerige Lösung neutral sein soll.

Aufbewahrung. Vor Licht geschützt, da auch völlig farbloses Resorcin unterdem Einfluss von Luft und Licht und namentlich der ammoniakhaltigen Atmosphäre all-mählich eine röthliche Färbung annimmt. Nach Austr. auch vorsichtig aufzubewahren.

Anwendung. In seiner Wirkung steht das Resorcin der Karbolsäure nahe, dochist es nicht so toxisch wie diese. Man benutzt es äusserlich in koncentrirter Lösungzu schmerzlosen Aetzungen, in Form von Salben bei Hautkrankheiten, bei der Wund-behandlung in Form von Lösungen, Watte, Gaze. Auf der Haut entstandene brauneFlecken können durch Betupfen mit Citronensäurelösung entfernt werden. Innerlichnur selten als antifermentatives Mittel bei Magenkatarrhen und falschen Gährungen imIlagen.

Ausgeschieden wird das Resorcin zum Theil als solches, zum Theil als Aether-schwefelsäure; der Urin nimmt nach dem Gebrauche dunkle Färbung an oder er färbt sich